Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1028943
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Mond 1), derselbe auch zwischen sieben Sternen 2); des- 
gleichen Juno, deren Thron Sonne, Mond und sieben 
Sterne umgeben 3). 
Für die Person Christi aber erhält die Darstellung 
von Sonne und Mond als Symbol der Ewigkeit und Attri- 
but der Gottheit aus der heil. Schrift eine doppelte Be- 
glaubigung: sie beruht erstens auf einem alttestament- 
liehen Gleichniss, wodurch Jehova dem Geschleohte Davids 
ewige Dauer und Herrschaft verheisst: „sein Thron soll 
dauern wie die Sonne vor mir, wie der Mond soll er 
ewig bestehen" (Ps. 89, 37.  Sie hat aber für ihn 
auch eine eigentliche, so zu sagen örtliche Beziehung: 
nicht allein, wiefern er gen Himmel gefahren, sondern 
auch wiefern er vom Himmel lierabgekommen ist,  
welches beides auch der Grund der Herrlichkeit ist, die 
ihm auch während seines irdischen Wandels einwohnte, 
nach dem Wort der Schrift (Joh. 3,  „niemand fährt 
gen Himmel, denn der von1 Himmel liernieder gekommen 
ist, nehmlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist." 
Dabei zeigt sich, wie natürlich, der Unterschied, dass 
Sonne und Mond über Christus vorgestellt sind, wenn 
sein irdischer Wandel, sein Leben und Leiden aufgefasst 
ist,  aber neben ihm, wenn er als der Verherrlichte, 
gen Himmel erhobene erscheint. 
Von der letztern Art ist die Darstellung Christi auf 
dem oben (Th. I. S. 173) beschriebenen barherinischen 
1) Ebendas. K1. III. n. 78. 86. S. 96 f. 
z) Im Museum zu Florenz. Mus. Florent. (Numm.) T. I. Tab. XI. 
n. 2. s. dazu T. II. p. 69. 70.  Ebenso der Donnerkeil zwi- 
schen Sonne und Mond auf Gemmen in der K. Samml. zu Berlin 
III. III. n. 134. 136. S. 102 I1, und zwischen Mond und 7 Ster- 
nen, ebendas. n. 131. S. 102. 
 Auf einer Glaspaste der Stoscliischen Samml. bei Winckc l ma n n 
Däscript. p. 53. n. 130; ahgeb. bei O. Müller Denkm. II. II. 
n. 65.
        

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