Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1028867
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oder auch in ganzer Gestalt. Aber erst die Ausstattung 
mit Attributen, der Peitsche oder Fackel und besonders 
mit dem Wagen, weiset sicher auf mythologische Vor- 
bilder des heidnischen Alterthums hin. Solches kommt 
jedoch in der christlichen Kunst nur ausnahmsweise, nament- 
lich in der zweiten Periode, vor. 
Gerade an diesem Gegenstand aber erhellt der vor- 
hin (5. 44, 3.) bemerkte Unterschied der Perioden: da 
nehmlich in dem ersten Zeitalter der christlichen Kunst 
die mathematische Figur von Sonne und Mond und die 
Personification des geringsten Grades verwaltet, wogegen 
dieselbe seit dem 9. Jahrhundert vollständiger durchgeführt 
ganz gewöhnlich ist, während sie seit dem 13. Jahr- 
hundert wieder seltener wird. 
Da nun dielDarstellung von Sonne und Mond in 
menschlicher Gestalt unter den Personiiicatioilexi physi- 
scher Elemente in der christlichen Kunst die häufigste 
ist; so lässt sich daran besonders das Interesse messen, 
welches man in den verschiedenen Zeiten an diesen Per- 
soniücalionen 
überhaupt 
genommen 
hat. 
Bis 
Zllm 
achten 
JahrhunderL 
Im christlichen Alterlhum finden sich die Figuren 
von Sonne und Mond auf Denkmälern in und aus den 
Katakomben, in Mosaiken der Kirchen und in Miniaturen. 
Und ZWilT ist diese Vorstellung angebracht sowohl bei 
alttestamentlicheu Ereignissen, namentlich aus der Ge- 
schichte des Joseph, des Josua und des Jonas, als auch 
bei der Person Christi zu verschiedenen Epochen seines 
Lebens.  
1. Besonders unverfänglich erscheint die Darstellung 
des Sonnengottes und der Mondgöttin in einem altchrist- 
liehen Nliniaturgemälde, in der Wiener Handschrift der
        

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