Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1028779
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der lsraeliten ist zwar schon in der altern christlichen 
Kunst, auf Sarkophagen, zur Darstellung gekommen: wo- 
bei auch die Nymphe des rothen Meeres (die Fgvägoä 
Ücilrxozm) sichtbar ist (s. unten S.  Aber die Per- 
Sßnification des Abgrundes ist hier noch nicht aufge- 
nommen. Auch das früheste Miniaturgemälde dieses Ge- 
genstandes in einer pariser Handschrift des Gregor von 
Nazianz aus dem neunten Jahrhundert hat dieselbe nicht 1). 
Sie findet. sich zuerst in einer Handschrift der K. 
Bibliothek zu Paris aus dem Anfang des 10. Jahrhunderts, 
jener merkwürdigen Catene zu den Psalmen, die schon 
"l der Einleitung (Th. I. S. 24 ff.) hervorgehoben ist. 
I" dem Bilde des Durchgangs durch's rothe Meer 2) er- 
Scheint Pharao auf einem Wagen, der sammt den Pferden 
Schon beinahe von den Fluthen verschlungen ist und vor 
ihm eine nackte männliche Gestalt, die ihn bei den Haaren 
hinabzieht, mit Namen Bythos (BYOOC), das ist der 
Abgrund in Person. Eine ganz ähnliche Darstellung 
desselben Gegenstandes enthält eine vaticanische Hand- 
Schrift des ilten oder 12ten Jahrhunderts 3), worin eben- 
falls ohne Zweifel die Mecrestiefe angedeutet wird durch 
eine nackte, wie es scheint, weibliche Figur, deren Haupt 
VOR Schilf umkränzt ist: sie hat mit beiden Händen den 
Pharao beim Kopf (daher sie nur vom Bücken gesehen 
wird), ihm die Krone herabzureissen oder vielmehr ihn 
Selbst in den Abgrund zu ziehen. 
3. Eine interessante Parallele, als Beispiel, wie seit 
dem dreizehnten Jahrhundert solche Motive verdrängt 
i) S. Millin Voy. dans le midi de la France T. Il. p. 356. not- 
2) Abbild. bei Duval Mouum. des arts du dessin rec. par le B. 
Denon. T. I. Pl. XXXIX. s. oben Th. I. S. 25. 
s) (VAginc. Pin. Tav. LXII, 4. Näheres über diese Handschrift 
und die obige von d'Agincourts Annahme abweichende Zeit- 
bestimmung s. unten S. 55. 
Sä?
        

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