Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1028729
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vier, mehrmals von ihm wiederholte, Gemälde mit einer 
allegorisch-mythologischen Vorstellung der vier Elemente 
im Pallast Borghese zu Rom 1). Und von Jan Breu- 
ghel  1625) sind zu Stuttgart in der Gallerie des 
K. Museum der bildenden Künste vier Gemälde, welche 
die Elemente zum Theil mit mythologischer Ausstattung 
vor Augen stellen: das Feuer (n. 24.) mit der unter- 
irdischen Werkstätte Vulcans, oben mit einer Ruine, die 
vom Feuer verzehrt ist; das Wasser (n. 18.) mit dem 
Neptun, welcher Wasser aus einer Schnecke fliessen lässt; 
bei der Darstellung der Luft (n. 19.) erblickt man eine 
weibliche Figur, welche einen Globus in der einen, einen 
Cacadu aufder andern Hand hält; die Erde (n. 23.) hinge- 
gen ist ohne Allegorie durch eine Landschaft vorgestellt, 
deren Hintergrund das Paradies mit Adam und Eva bildet, 
während vorne allerlei Thiere erscheinen 2). 
Darin zeigt sich schon jene conventionelle Art, den 
Mythus zu handhaben, welche dem Zeitalter eines ge- 
sunkenen Geschmacks angehört und denselben sogar völlig 
entwerthet, indem sie ihn in die gemeine Wirklichkeit 
herabzieht und der Genremalerei dienstbar macht ß). 
3. Nichtsdestoweniger behält die Auflassung der 
Natur, welche selbst dem Mythus zu Grunde liegt, ideale 
Wahrheit und das Motiv, den Elementen der Welt per- 
1) Platner Beschreib. Bonfs III, 3. S. 289. 
2) Noch zwei Gemälde, die zur niederländischen Schule hinneigen 
 sollen (von Joh. Stephan Robalto 1649-4733), zeigen 
das eine Erde und Wasser, das andere Feuer und Luft in 
Gestalt weiblicher Figuren, umgeben von allen möglichen Natur- 
erzeugnissen und Kunslproducten,  in der H. Gallerie zu 
Gotha. Rathgeber Beschreih. der H. Gemälde-Gallerie zu 
Gotha S. 52. 
a) Wie gerade auch in einem Gemälde von Jan Breughel in der 
Berliner Gallerie (n. 678.) geschehen ist, s. Th. I. S. 341.
        

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