Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1028690
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folgen die Kreise der drei andern Elemente Wasser, Luft 
und Feuer 1), nur durch ihre Namen angezeigt. Dann 
die Kreise für die Planeten, auch ohne Figuren, ausser 
dass Sonne und Mond als Gesichter erscheinen; endlich 
der lüxsternhimmel, worin einige Sterne, der Kry- 
stallhimmel und die Sphäre mit den Zeichen des Thier- 
kreises, zwischen denen man zahlreiche Sterne erblickt. 
S0 ist auch in einem llliniaturbild einer Pariser Hand- 
Schrift aus dem 14. Jahrhundert 2) Himmel und Erde vor 
dem schaffenden Gott, jener als ein dunkler Kreis vor- 
gestellt, dieser als ein heller Kreis, von Wasser bedeckt, 
auf welchem der Geist Gottes in Gestalt eines Kindleins 
schwebt. 
Doch erscheint auch noch in der ersten Hälfte des 
14. Jahrhunderts der Himmel vorgestellt als eine aus 
einem blauen Kreisabschnitt, worin Sonne, Mond und 
Sterne angegeben sind, hervorragende Frau in jener 
Handschrift des britischen Museum 3) (s. Th. I. S. 276), 
deren Miniaturen den Einfluss, selbst die persönliche 
Mitwirkung des Giotto erkennen lassen und für die 
Art der mythologischen Darstellungen jener Zeit beson- 
ders wichtig sind. 
2. Der neuen Epoche im Gebrauch mythologischer 
Motive, seit dem 15. Jahrhundert, gehören schon die 
Fresken in der Chorkapelle bei den Eremitanern in Padua 
an, in denen die Erde unter den Planeten (vergl. S. 48.) 
Ü Diese Anordnung der Elemente isl. pythagoreischen Ursprungs, 
S. Anonym. Vit. Pythagor. c. 10. bei Phot. Cod. CCXLIX. p. 
439. col. 2. ed. Bekker (Jamblich. Vit. Pythag. ed. Kiessl. P. II. 
p. 108. 110.) 
2) Bibl. roy. Suppl. I. 638. Abgeb. bei Didron Iconogr. ehren, 
p. 481. und Annal. archeol. Vol. IX. p. 48. 
3) Bl. 20. a. s. Waagen Kunslw. u. Künstler in England Th. I. 
S. 150.
        

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