Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1028680
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zweiten Tages nur durch räumliche Scenerie bezeichnet l): 
Himmel und Erde, die am ersten Tage erschaffen werden, 
als chaotische Massen mit der Inschrift celum, terrem 
(sie); desgleichen die Wasser über der Veste und die 
Wasser unter der Veste, welche am zweiten Tage ge- 
schieden werden, als wellenförmige Streifen, zwischen 
denen der Himmelsraum erscheint, von Engeln eingenommen. 
Diese Umbildung der Kunstvorstellung während jenes 
Zeitalters wird bestätigt durch Denkmäler der Malerei. 
Bezeichnend für den Wendepunkt ist auch hier ein Ge- 
mälde des Cim ab ue in der Oberkirche S. Francesco zu 
Assisi 2), wo man Gott Vater, umgeben von Engeln erblickt, 
wie er die Welt aus dem Nichts hervorruft: da sind Sonne 
und Mond noch nach dem antiken Motiv in menschlicher 
Gestalt dargestellt,  aber die irdische Schöpfung, Erde 
und Meer mit Pflanzen und Thieren, ist der wirklichen 
Erscheinung nachgebildet.  Hingegen rein geometrisch 
construirt ist der Weltkreis, den Gott Vater in seinen 
Armen hält, in dem Gemälde der Schöpfung von Pietro 
di Puecio 3) im Campo santo zu "Pisa 4) um 1391; diese 
Welttafel (mappa mondo) ist in concentrische Kreise 
eingetheilt, von denen die neun äussern die neun 
Engelordnungen umfassen,  die innern die sichtbare 
Schöpfung, das heisst Himmel, Erde und die Elemente. 
Den Mittelpunkt bildet die Erde, ein Kreis, in welchem 
durch Striche die drei Welttheile abgetheilt sind; darauf 
 Abgeb. bei Didron I. c. p. 46. 101. 
2) Abbild. in der Rambouischen Samml. zu Düsseldorf. 
1') Nicht Bullalmaco, dem Vasari Leben der Maler Th. I. S. 240. 
242. das Werk beimisst: s. dagegen E. Förster Beitr. zur 
Kunstgesch. S. 123W. 126. 
4) Abbild. bei Lasinio Pitture a lresco del Campo santo di Pisa 
Tav. 16. Ausg. von 1812. Auch bei Didron Iconogr. chret. 
p. 598. und Anna]. archeolog. T. IX. p. 183.
        

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