Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1028651
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gleichwie die Planeten, durch Köpfe (29 an der Zahl) an- 
gegeben. Jedoch waltet dabei wohl nicht das Interesse 
der Personification 0b; sondern es soll, wie es scheint, 
durch diese Köpfe, welche nach rechts sehen, während die 
Planetenköpfe nach links gewendet sind, nur angedeutet 
werden, dass die tägliche Umdrehung des Himmels in 
einer der jährlichen Bewegung der Planeten entgegen- 
gesetzten Richtung erfolgt. 
Wohl aber gehören hierher die Figuren der Erde 
und des Meeres in den merkwürdigen Mosaiken aus dem 
12. oder 13. Jahrhundert, welche, neuerdings wieder 
aufgefunden, ehemals den Chor der Abteikirehe S. Remi 
Zu Rheims einnahmen (s. Th. I. S. 28). Man sah dort 
auf der rechten Seite vier Quadrate: in der Mitte des 
ersten, welches in den Ecken die vier Flüsse des Para- 
dieses in menschlicher Gestalt enthielt, das Meer als ein 
nacktes Weib mit einem Ruder in der Hand und auf 
einem Delphin sitzend, dabei die Worte Terra, Mare; 
und in der Mitte des dritten Quadrats, dessen Ecken die 
vier Jahreszeiten einnahmen, den Erdkreis als einen Mann, 
der an einem Flusse sitzt, mit der Inschrift: Orbis terrae. 
Von einem interessanten ltliniaturgemalde mit der 
Personification der Luft, des Aer, den die Musen nebst 
den Erfindern der Musik umgehen, zu Anfang eines Pon- 
tificale zu Rheims aus dem I3. Jahrhundert ist schon 
früher (Th. I. S. 243-245) die Rede gewesen. 
Seit 
dem 
dreizehnten 
Jahrhundert. 
S0 häufig die persönliche Vorstellung von Himmel, 
Erde und den Elementen in der vorigen Periode ist, so 
selten sieht man sie seit dem 13. Jahrhundert. Theils 
erscheint sie noch als Nachwirkung der bisher vorge- 
kommenen Personilicationen, theils schon im Zusammen-
        

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