Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1028603
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auf die Bildung des llrlenschen aus den vier Elementen 
bezieht siolrein Gemälde vor dem Evangelium des Lucas 
in dein Epternachei"Evangeliarium zu Gotha aus derselben 
Zeit 1) (auf dessen Deckel die Erde sammt Sonne und 
Mond bei der Kreuzigung zu bemerken war, s. oben 
S.   aus Veranlassung einer Inschrift, welche den 
Menschen auf das Leben mit dem ewigen Licht (dabei 
das Wortspiel mit Lueas und lux) hinweiset, zuvor aber 
seines Ursprungs gedenkt: 
es factus primis homo quatuor ex elementis, 
stehen in den vier Ecken der Insohrifttafel in Runden 
die vier Elemente, in dieser Ordnung: 
Ignis Aer 
'l'erra Aqna. 
Sie sind auf Goldgrund ausgeführt, in halber Figur, die 
Gesichter braun: das Feuer in rothem Gewande, mit 
Strahlen um das Haupt, hält in jeder Hand ein feuriges 
.Bündel, die Luft in weissem Gewande hält die Hände 
ausgebreitet; Erde und Wasser sind gelb bekleidet, die 
Figur des letztern giesst eine Urne aus, jene hält in der 
einen Hand Blumen, mit der andern Schlangen an der 
Brust. Wiederum im Sinne des erstgenannten Gemäldes, 
aber ein mehr ausgebreitetes Bild der Weltschöpfung ist 
die Zeichnung; zu Anfang einer Bibel des 12. Jahrhunderts 
aus dem Kloster St. Hubert in den Ardennen, in der 
Stadlbibliothek zu Namur 2): sie dient zur Ausschmückung 
der Initialen IN (der Worte: im Anfang schuf Gott 
 Vergl. Rklßllgßbßl" Beschreib. der H. Gemülde-Gallerie zu 
Gotha S. 17. 
2) Ich verdanke die Kenntniss derselben dem Herrn Dr. Beth- 
mann mittelst einer colorirten Durchzeiclinung. Eine gleiche 
Durchzeichnung ist jetzt im Besitz des christ-lich-archäol. Mu- 
seum der Univ. zu Berlin.
        

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