Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1028384
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welche von den Symbolen der Evangelisten umgeben ist, 
sieht man Christus, die beiden Hände erhoben, mit einem 
Buch in der Rechten, neben seinem Haupte sind die Buch- 
staben A 52: ein Seraph steht zu beiden Seiten. Ober- 
halb jener Symbole aber erscheinen Sonne und Mond in 
halber Figur; unten sind in ganzer Figur, zur Linken 
der Oeean, der mit der Rechten eine Urne, mit der 
Linken den Kopl' eines Seethiers halt; zur Rechten die 
Tellus, die in der Linken ein Füllhorn hält und ein Kind 
an der Brust hat,  beide sitzend und halbnackt. Dazu 
gehört folgende Inschrift: 
Hie residet Christus Virtutum stemmate septus. 
Es ist also Christus in der Mitte des Weltalls thronend, 
umgeben von den Mächten des Himmels;  seine Herrlich- 
keit aber verkündigen die Evangelisten, welche in den 
vier Ecken der Tafel sitzend und schreibend gebildet sind. 
Unter den Handschriften ragen zwei hervor aus der 
zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts. Die eine ist ein 
Messcanon ehemals zu Metz, jetzt in der K. Bibliothek 
zu Paris 1), worin zu den Worten „Heilig, heilig, heilig 
ist der Herr Gott Zebaoth  Hosianna in der Höhea 
in einer Mandorla Christus vorgestellt ist, thronend auf 
der Himmelskugel, mit einer Kugel und einem Buch in 
den Händen. Zu beiden Seiten erscheinen oben zwei 
Seraphim; unten die sitzenden Figuren von Erde und 
Meer: links der Oceanus, ein halbnackter Mann, der mit 
der Rechten ein Wassergefäss, in der Linken einen Fisch 
hält und zu dessen Füssen der Kopf eines Wallfisches 
hervor-ragt; rechts die Tellus, ein halbnacktes Weib, an 
dessen Brüsten zwei Kinder saugen. Da sind Erde und 
Meer personificirt und der Himmel durch die Seraphim 
repräsentirt, um eine Anschauung zu geben von den 
1) Nachgebild. bei Bastard Peint. et ornem. des Mss. Franc. 
(Livrais. IX.) Pl. 126.
        

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