Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001651
Handhabung des Schildes. 
satzung zur äussersten Gegenwehr entschlossen sei 1). Im Felde hing 
man die Schilde vor die Zelte 2); man stellt auch die der Kampflusti- 
gen aus und überlässt es dem Fremden, einen zu berühren und so 
dessen Herrn herauszufordern 3); endlich werden der Besiegten Wappen- 
schilde in Klöstern aufgehängt (Lanc. I, 24584 Hi). 
Man hing, wie schon bemerkt, mit einem Riemen den Schild an 
den Hals 4) und fasste mit der linken Hand die Handhaben und zwar 
so, dass die Hand gegen den oberen Abschnitt des Schildes gekehrt 
War, drückte ihn vor die linke Brust 5), dass Brust und Knie gedeckt 
Waren Ü), der Schildrand den Hals des Pferdes erreichte 7) und bis zum 
unteren Rande des Helmes langte. Diese Stellung ist es meines Erachtens, 
welche afr. „n1ettre Yescu en chantel" genannt wird S). Beim Anprall WUT- 
den oft die Schilde so erschüttert, dass die Bänder und Riemen rissen  
oder die Lanze durchbohrte den Schild und traf zugleich den Körper des 
Gegners 10), oder wenigstens seine Hand"). Beim Schwertkampfe ist 
es rathsam, den Schild fest an die Brust zu pressen, da sonst leicht 
1) HTroj. 3662: Und hingen ir schilde her vur Oben an die zinnen Dez her 
wart des innen, Daz sie zu gewer gingen.  Lanc. I, 47023: Si brachten binnen 
mure die gaste Ende sloten hare porten vaste Ende hingen doe IUEO hare scilde 
Alse volc dat hen weren wilde. 
2) Lenz. 5438: Vil W01 gepareliret Was diu prwelüne her Mit hundert sehilten, 
niht mer; Die hiengen nüch ein ander gar Mit fremden wäfen missevar: Si lühten 
an daz grüene gras. 
3) Durmars 9386: As fenestres del palais voit  c- escus qui i pendoient Et 
trestot arengie estoient. Dedens le palais ensement En pendoient bien plus de 
sent.  Der Herausforderer muss mit dem kämpfen, dessen Schild er mbatra" (9486). 
4) Durmars 3441: Son escu prent, Par 1a guige 2m son col pent. 
5) Troj. 30888: Er hebe für die linke brust Gedrücket einen tiuren schilt. 
6) Dunnars 3513: Lor piz et lor genoz cousirent De fors escus que tost sai- 
sirent, En chantel les orent tornes. 
7) Percev. 2631: Coment il doit son escu prendre -1- petit le fait zwzmt pendre 
Tant c'al col del ceval se goint. 
8) Durmars 1420: Et par les enarmes de soie A mis son escu en chantel; 
6972: En chantel portet Pescn d'or; 7307; 7280; 7862; 10040: I1 tient son escu en 
chantel, Sor son ehief a ehne dore. 
9) Frauend. p. 209, 9: Er stach mir abe dem arme min Den schilt, daz a1 di 
rieinen fin Brästen, als ein donerslac Diu tjost erhal: der schilt gelac.  Part. 
13712: Partonopieren üf den schilt Der beiden sö geswinde stach, Daz der ge- 
steinte horte brach, Dir mite er was geriemet W01, Und dem der schilt gezierde 
vol Wart dä gevellet üf daz gras. 
10) Lanz. 1518: Eim degen er üf den schilt erriet Gegen den vier nageln hin. 
Er stach in gein dem herzen in Durch beide halspercwende. 
11) Rom. de Troie 14105: 1351116 131169 grosse et trenehant Li vait doner un 
colp si graut Que les es de Pescu parcierent Et les manicles desmaillierent. A poi 
les dcus deiz de 1a nmin Ne li trencha. trestot de plain.
        

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