Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001647
Schildmalerei. 
Ilulft. 
Wir diese Beschläge an den Schilden nicht mehr dargestellt. Da wir 
keine Originalschilde, die zum Ernstkampfe dienten, aus jener Zeit 
mehr besitzen, so können wir nicht mit Bestimmtheit sagen, ob man 
in der That auf diese doch so nöthige Verstärkung des Schildes ver- 
zichtete, oder ob die Künstler nur, um die Wappenbilder klarer her- 
vortreten zu lassen, die Beschläge fortliessen und uns mehr Parade- 
schilde als Kampfschilde vorführten. 
Schellen werden auch an den Schilden angebracht1). 
Im Gefechte wurden natürlich die Wappenmalereien schnell ruinirt, 
selbst wenn der Schild nicht zerhauen war 2). Aber auch die Witterung 
konnte eine solche Malerei leicht zerstören, zumal Regen und über- 
haupt Feuchtigkeit, Welche die Temperafarben selbst unter dem Firniss 
angriffen, vor allem den Kreidegrund lockerten. Man schützte sie 
deshalb mit einem Ueberzuge (hulft 3), afr. houce) 4). Den Templern 
wurde das tegimen in clypeis (Conc. Trecense 1128, Can. XXXVIII) 
ausdrücklich verboten; sie sollten Wahrscheinlich dadurch abgehalten 
werden, mit den Schilden zu grossen Luxus zu treiben. 
Für gewöhnlich hängen die Schilde an der Wand des Festsaales 
mit Haken befestigt 5), und zwar immer die der gesammten ritter- 
lichen Hofgesellschaft (der massenie) zusammen 5). Das Heraus- 
hängen der Schilde vor die Zinnen der Burg bedeutete, dass die Be- 
1) Ecken liet 33, 1: Si böt im einen niuwen sehilt, Da wart mit sper nie 
durch gezilt Von keiner slahte juste. Da hiengen tüsent Schellen an, Geworht 
von koste lobesan. 
2) HvF. Trist. 2105: Dalcors unt Tristant Einander Waren unbekant, die uz- 
erwelten helde fier. lglicher kein ziinier Fuorte uf sineln helme do; Ir Schilde 
waren ouch alsö Mit lanzen stark gerüeret, Die varwe also zefüeret, Daz diu 
Zeichen dar an Niht W01 niohte erkennen ein man.  Virginal 53, 4: Wart ie 
kein hier entworfen dar, Daz wart verhouwen alsö gar, Daz man sin niht erkande. 
Oder hetez ein meisterlichiu hant Mit benseln dran gestrichen, Die varwe man 
verloschen vant Von slegen gar verblichen. 
3) Nib. Z. p. 260, 1: Ein hulft von liehtem pfelle ob siner varwe lae. 
Bezzer schilt deheinen belühte nie der tac: Von edelem gesteine, swers ze koufen 
hete gegert Oder in veile hete, er was wol tüsent marke wert.  Erec 5536: 
Swa er den schilt erreichte, Daz herte bret er Weichte, Daz ez sich wol endrizic 
klonp Und höhe üf stoup Swai der hulft Ware. 
4) Villehardouin 132: Furent drecies les bannieres et li confanon es chastials 
des nes et les houces ostees des escuz et portendu li bort des nes. 
5) Parz. 173, 15.  Rom. de 1a Char. 1000: De son col oste son escu Li 
chevaliers et si le pant A un croc et sa lance prant Et met sor un hantier an 
haut.  Chev. as -ij' espees 6734: S'a neu pendre a 1a paroi Ifescu ke il auoit 
baillie Au chevalier.  
6) Durmars 9713: Lasus el grant palais hautain Lez Tescu monsaignor Gavain 
Font pendre Pescu le Galoisw 
Schultz, höf. Leben. Il. Q
        

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