Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001623
der Wappen. 
Vererbung 
Phantasi e-Wappen. 
Der Sohn führte des Vaters Wappen, sein Erbezeichen (HvF. 
Trist. 1943), aber Wenigstens in Frankreich mit einem rothen, ausgezack- 
ten Rande (ourle endentee) umgeben 1) (Fig. 59). Es scheint aber, als 
0b strenge Gesetze wenigstens im zwölften Jahrhundert für das Tragen 
der Wappen noch nicht in Kraft waren. Gah- i" 
muret wählt sich ein Phantasiewappen, einen elf?  
weissen Anker an goldnein Seile (Parz. 14, 11-28), (F  
und führt dasselbe bis er die Nachricht vom Tode 4M Wg?" 
seines älteren Bruders erhält: "Ich sol mins Vater T?  
wapen tragn: Sin lant min anker hat beslagn.  l ,j 
Der anker ist ein recken zil: Den trage und nem   
nu swer der wil" (Parz. 99, 13). "Dez pantel, daz "k 
sin Vater truoc, Von zoble üf sinen schilt man gäghglihgfgfäflegjgefßlj: 
sluoc" (Parz. 101, 7). Nach einem Bericht trugen Neve" 12m 
junge Ritter überhaupt im ersten Jahre nur einfach gefärbte Schilde 
ohne alle Wappenabzeichen 2). 
Erst um die Mitte des dreizehnten Jahrhunderts scheint man die 
Wappenfrage einigermassen geordnet zu haben. War auch schon 
früher wohl das Wappenbild constant, so wurde doch die Tinctur 
ganz nach Belieben gewählt. S0 erzählt Hartmann von Ouwe (Erec 
2290 ff), dass sich Erec drei Schilde machen lässt: einen silberfarben 
und darauf einen goldnen Frauenärmel (mouwe; vgl. Bd. l, Fig. 47. 
48. 49), den anderen zinoberroth und den Ärmel silbern, den dritten 
golden mit einem zobelnen Ärmel. Meleranz hat sogar vier verschie- 
dene Schilde: einen goldnen, das Wappenbild zwei rothe Frzzuenarme 
bi rötem Schein An dem rilichen cloide. Doch was ein underscbeide Zwischen 
den weggen und der nät. Üz golde ein bendel wo1 gedrät Was der junctüre decke, 
Der unterschiet die wecke Mit sinein glanzen schine; cf. 3826. 
1) Enfances Ogier 2541: Car je ne sei armes ci ncesiuans IC-urmes qui sont 
d'or qui est reluisans Ä  lyon de sable qlfest rampzms. lilncore y a. 011086 111011111 
zwenans: L'our1e endontee de gueles Hamboians, Uendentee ourle ne nfiert pas 
(lemorans Ä Tourle entiere les arai ä tous tans; 4833: Li rois Corsubles Tuitisme 
conduisoit, (fert 1a. plus gnmde, car raisons Tensaignoit, Armes bendäes d'or et 
de noir portoit, Et Danemons _ses iiex teles avoit, Mais que une ourle qlii les 
desconnßisßoit Y 011 de gueules qui bien i avenoit; 5004: Armes parties d'or et 
dhzur portoit, Dedenz Tazur üours de lis d'or avoit Et demi aigle noir sor Tor 
seoit; 5025: 'I'e1es, dont _j'ai fnit 12b devision Qu'0t wli rois Charles 0 le flori grenon, 
Portoit Charles ses iiex; 121, ot raison, Mais il y ot, pour descomparoison Ourle de 
gueules endente environ.  Turnei 670: Graf v. Artois hat goldne Lilien auf 
blauem Schilde, aber (674): Den schilt ein mnt 21.1 umbevie Von kelen röt ge- 
verwet. 
2) Lanc. IV, 557: Het was tien tiden costume daer, Dat newe ridders in 
haer irste jaei- Gene scilde vorden, twm-en, Dan die van ere varuen Waren,
        

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