Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001591
7G 
Farben 
der 
Wapp en. 
Wappenbilder stellten meist wilde Thiere dar 1); aber auch andre 
Zeichen werden erwähnt?) Ihre Bedeutung ist zumal den Herolden 
wohl bekannt 3). 
Ursprünglich scheint man die Bilder zum Theil aus Pelzwerk aus- 
geschnitten und auf den Schild befestigt zu haben. Die schwarze Farbe 
wird noch im dreizehnten Jahrhundert gewöhnlich mit Zobel bezeichnet 
und die Franzosen haben für diese heraldische Tinctur noch bis heute die 
Bezeichnung Sable beibehalten. Weiss ist "härmin"; roth heisst „kel" 
(franz. gueule, ml. gula), und auch dies soll ursprünglich ein rothes Pelz- 
Werk bedeutet haben. An manchen Wappenbildern erkennt man noch 
die alten Beschläge, die ursprünglich das Pelzwerk festhielten; so finden 
wir häufig auf die Brust der heraldischen Adler einen Halbmond aus 
Metall aufgelegt, der wohl eigentlich die Bestimmung hatte, das Wappen- 
bild am Schilde zu befestigen. 
Die üblichen Farben sind Silber und Gold, dann Weiss, Schwarz, 
Roth l), Blau, Grün. Gewöhnlich ist das Feld Metall und das Wappen- 
bild gefärbt, oder umgekehrt. Weiss wird dem Silber meist gleich- 
gestellt. S0 führt der König von Frankreich fünfzehn goldne Lilien 
im blauen Felde (Meleranz 3348; Turnei v. Nantheiz 534); der König 
von England drei rubinfarbene Leoparden im goldnen Felde (Turnei 
310; Reinfr. 328); der Markgraf von Brandenburg einen Adler „von 
liehten kelen rot" auf einem Schilde nhermin" (Turnei 434). Der 
Schild des Fürsten von Sachsen: Sin halbez teil strifehte Von zobel 
und von golde was; Daz ander Stücke, als ich las, Erschein durch- 
liuhtic wiz hermin Und was von roten kelen drin Geleit ein halber 
adelar (Turnei 402. Vgl. Schwanritter 910: Und was von zobele 
rehte drin Geleit ein halber adelar). Aber wenn im Allgemeinen 
auch diese noch heute gültige Regel der Blasonnirung befolgt wurde, 
1) Giraldus Cambr. de Regimine Principum Dist. 111, c. 30: Item cum Princi- 
pes alii Tmstias atroces et voramces, ursos, pardos et leones assimilari coram homi- 
nibus in alaparentia cupiunt, pictos in zmrmis 0b feroeibatis indicium prneferunt 
et vexillis, hi soli (Franci) moralitate laudabili    clypeos et vexillu cum cae- 
teris annaturis simplicibus tantum gladioli flosculis signant et ornant. 
2) Lohengr. 5471: An sehilt, an helm und in panier Was gesniten und ge- 
mzmlet manic tier, Vische unde Vogel, aks, parte, houwe unt riute. 
3) Titur. 1829: Waz die andern {heran uf helmen und uf Schilden, Gestricket 
mit den snuren oder nxit (10111 pensel dar uf gebilden, Daz prufen die der Wappen 
roecke warten, 
4) Sinopel ist damals noch immer roth, nicht grün.  Lanz. 4420: Sin schilt, 
was, als er wolde, Von sinopele röt genuoc.  Troj. 30898: Im goldnen Felde 
ein Greif von irackenbluote röt".
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.