Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001511
der Rüstung. 
Anlegen 
sass, liess sich die Rüstung wohl noch ertragen, und im Kampfe 
sattellos gemacht, musste man eben der gebieterischen Nothwendig- 
keit folgen, aufspringen und um seine Ehre oder sein Leben weiter 
ringen. Da mochte die Aufregung auch noch Kraft dazu verleihen; 
aber in der Rüstung eine längere Strecke zu Fusse zurückzulegen, 
hielt selbst ein kräftiger, erprobter Ritter für unmöglich 1). Die Rüstung 
wurde deshalb in der Regel erst dann angelegt, wenn die Aussicht auf 
einen feindlichen Angriff das erheischte; im Hause, zum blossen Putz 
dieselbe zu tragen, iiel niemandem ein, und so wenig unsre Officiere 
in feldmässiger Ausrüstung in Gesellschaft erscheinen, ebenso wenig 
zeigten sich in Friedenszeiten, im Kreise der Freunde die Ritter von 
Kopf bis zu Fusse geharnischt.  
Schon das Anlegen der Rüstung war sehr mühsam. Da mussten 
eine Menge Riemen, zumal an den Hosen, geknüpft werden, und das 
konnte der Ritter selbst nicht machen: er bedurfte beim Ankleiden 
wie beim Ausziehen der Hülfe. Nur ausnahmsweise wird uns erzählt, 
wie ein Held allein damit zu Stande kam 2); für gewöhnlich wird er 
von seinen Knappen 3) oder, was die Dichter mit besondrer Vorliebe 
schildern, von schönen Mädchen oder Frauen unterstützt 4). Es will 
1) Iwein 776: Min harnasch was ze swzere, Daz ichz niht gende enmohte ge- 
tragen.  Gr. Wolfdietr. 1721: Min geslnide ist mir zu swere, ich mag nit dar- 
inne gen. 
2) Wiga]. p. 17, 35: Selbe schutter sin isengowant In den schilt zuo im 1151.. 
Cf. p. 22, 32.  Cröne 10467: Er gienc üf sin pulas, Dfu im schöne bei-eitet was 
Üf ein gnlter sin isengewant: Dar in schuoht er sich zehant.  Meleranz 7046: 
Sin knaben brähten in hin näch Sin harnasch, schilt unde sper. Daz was ein 
will: dö erbeizt er Von dem pferde üf daz lant Und wäfente sich zehant. 
3) Cröne 2827: Schier kämen knappen viere Mit richer zimiere, Die der ka- 
lneren huoten, Mit zwein cultern guoten Von einem röten samit, Die wurden in 
den sal geleit Üf ein lachen sidin, Diu diu stat solte ein, Dä. man sie wäfenen solde. 
4) Parz. 683, 16; Juncfx-ouwen clär und gemeit Sehuohten isrin kolzen An 
den künec stolzen; 332, 22: Ir (Cunnewämre) linden hende W01 gevar Wäpnden 
Gahinuretes sun. Cf. 560, 17.  Iwein 316: Daz ich nie sehoener kint geszrch. 
Diu entwäfente mich, Und einen schaden elage ich, (Des enwunder niemen) Daz 
der wäienriemen Alsö rehte lützel ist, Daz si niht langer vrist Mit mir solde um- 
begän.  Wigzul. p. 79, 24: Des andern morgens Wäfent in Diu küneginne von 
Persiä. Und vil mimic frouwe dä. Mit flize in sin isengewant; p. 158, 31: Die 
frouwen im dö bunden Diu isenhosen an diu bein.  Lanzel. 5182: Ginovere bi 
ime (Gäwein) saz, Sin frowe diu künegin, Siu hebe im ein der hosen sin Mit ir 
banden an geschuot.  Meleranz 5706: Mit vil zühteclichen Witzen Wüfent in 
diu schoene maget. Cf. 8073; 8924 ff.  Graue 2390: De junge eoningixine gemeit 
(Ascheloyde) Im (ihrem Gemahle) a1 de wäfenrimen baut Mit ir witen edelen 
hant; 3894: Där schodde her an die kolzen sin. Vil manich schöne vrouwelin 
Dem richen ze dinste stunden Tnd die wäfenrinxen banden. Z0 stride her schire
        

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