Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001504
Sarbalc. 
Schwere 
der Rüstung. 
und schenkt sie an Ecke (Ecken liet21,22). Fünfzigtausend Mark würden 
etwa zwei Millionen Reichsmark entsprechen. Man verwahrte ein so 
kostbares Besitzthum denn auch sorgfältig und verpackte es in lederne 
Säcke (sarbalc), um es gegen Rost zu sichern 1). 
Dass eine solche Rüstung angenehm zu tragen war, dürfen wir 
wohl bezweifeln. Ihre beste und gepriesenste Eigenschaft war neben 
der Festigkeit die Leichtigkeit 2); man sollte sich in ihr so ungezwun- 
gen bewegen können wie in einem leinenen Hemde3). Aber das 
war doch wohl ein Ideal, das selten genug erreicht wurde; schon die 
Menge der gepolsterten Unterkleider musste jede Bewegung erschweren. 
lm Kampfe bricht bald der Schweiss hervor und dringt selbst durch 
den Ringpanzer 4); der Helm und das Hersenier verstopfen fast ganz 
das Ohr: ein so Geharnischter hört und sieht nur sehr schwer 5). Auch 
musste die Hitze unter dem Helme bei warmem Wetter bald erstickend 
werden G); es gehörte die Gewöhnung von frühester Jugend dazu, über- 
haupt nur auf einige Zeit diese beengende Rüstung tragen zu können. 
Sobald es daher angeht, nimmt man deshalb wenigstens den Helm 
ab und streift das Hersenier zurück 7). So lange man noch zu Pferde 
1) Wigal. 158, 7: Diu frouwe hiez entsliezen Den sarbalc, dä, er inne hw, Dö 
schutte man in 1'121 2th den tac.  Chron. des Ducs de Norm. II, 22284: Les osberc 
traient des forreiztus, Blans e rollez e jzmv. e bizius, Vestent les sus les ztucotons De 
cendaus freis e däimituns  
2) Durmars 1271: Un blanc hauberc niolt hien seant, Fort et ligier de hone 
maille. 
3) Eneit p. 159, 10: Her was vast und scöno gnüch, Lieht von vil gutem 
werke, Daz in mit lihter sterke Ein man nrohte an gefüren Und sich drinne wol 
loerüren, Als in [einem] lininem gewinnt. 
4) Engelh. 4368; Fleckeht als ein hinden lmlp Von sweize wart ir harnasch. 
 Alphart 209: Dö dructen in die ringe, dem helde Wart sö heiz, Duz im üf der 
heide grüene Durch die ringe dranc der sweiz. 
5) Erec 4157: Des gehörte er noch gesaeh so wol Uz der isenwaete, Als er 
blözer tsete.  Engelh. 4934: Und iln verrucket wart der hGlDl S6 vaste, dem er 
niht ensach. 
6) Albertus Argentinensis berichtet von der Schlacht von Gellheim (Juli 1298); 
lpsisque aggredientibus, multisqne hinc inde occisis et prae ealore extinctis, inter 
quos Ottddolninus de Ochsenstein, vexillifer Alberti, et Ludovicus Monachi, pater 
valentis Petri custodis Lutenbaeensis, cum aliis calore sunt extincti. 
7) Erec 8965: Sinen helm er abe bannt Und sturzt in üf des Schildes 121.111; 
 Wigal. p. '15, 29: Sinen helm er abe bunt Und sazt in üf den satelbogen.  
 letweder sin helm abe bant, Ouch lösten üf diu härsenier Durch den 
luft die helde Her.  Percev. 12996: Cadors ne fest pas desarmes Fors itant 
qu'il avoit oste S011 elme, si Pavoit gete Sor ses espanles, car li eaus Ert graut. 
 Doon p. 131: Lors a son hiaume oste, 53,118 plus de demouree Et le pent  
Parehon de 1a sele doree; Sa ventaille a du tout deslachie et ostee, Sus ses 
espaules a. sa coife axier getee.  VgL Joinville 243. 
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