Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001493
Helmschnürrr. 
Kostbarkeit der 
Rüstung 
aus Seide 1) und sind am Halse festgeknotet, so dass man durch einen 
geschickten Stoss mit der Lanze, der den Gegner grade unter dem 
Kinnbein traf, die Hehnstricke nicht allein zersprengen 2), sondern auch 
den Helm abreissen und ihn auf der Lanzenspitze entführen konnte 3). 
Diese gefährdete Stelle wurde deshalb besonders noch mit dem 
Schilde gedeckt 4). Später befestigte man den Helm mit kleinen 
Ketten 5), die wenigstens doch nicht so leicht als die Seidenschnüre 
zerrissen. 
Die Rüstung des Ritters war" nun vollendet; vom Kopfe bis zum 
Fusse War er mit Eisen umgeben. Ein solcher Anzug, zumal das 
Hauptstück desselben, der Halsberc, war sehr theuer"). Von der Rü- 
stung des Ortnit (1l2)l1eist es: "lllunfzic tüsent niarc geltes ist diu brünne 
wert"; sie wird später von WOlfdlGtIlCh erworben und von ihm dem Kloster 
Tischen (Dijon?) in Burgund, in dem er als Mönch seine letzten Jahre 
lebt, vermacht. Dort erkauft sie für 50000 Mark die Königin Seburc 
sluoger Volkere, daz im! diu helmhant Stuben allenthalben zuo des sales want  
Parton. 8826: Vnd zu sluc im die riemen gare, Da der helm mite gebunden was. 
1) Eneit p. 160, 16: Die snüre waren side, Da mite man in ane bant.  
Parz. 443, 21: Einen helm er in der hende Fuorte, des gebende Waren snüere 
sidin.  Ortnit 181: Sin rieme was ein horte, Den hehn er üf gebant.  Alix. 
p. 41, 19: Ä las d'or et de soie atacies et noes.  Gui de Nant. p. 31: Puis li 
lachent  hiaume, dont li cherclez (Druck; cheicles) luist cler; Ä bontons jaserans 
li ont fait bien fermer.  Vgl. vdI-Iagen, Bildersaal, T. VIII. XIII". XV etc. 
2) Parz. 444, 19: Daz ein tjost als eben fuorRcht in den stric der hehnsnuor. 
Er traf in da man lmht den schilt, Sö man ritterschefte spilt; cf. 597, 28v-Parton. 
5728: Den (helm) traf er mit dem swerte S6 vaste, daz er viures blic Dar üz brühte 
und im der stric Der riemen Wart entknuphet.  Schwanrittei- 974: Der Sahse 
Wart gestochen hin Da man den helm dö stricket.  Troj. 36220: Da man den 
hehn da knüpfet 'I'raf in der stolze degen zier Und schriet im abe dem collier 
Enzwei der bintriemen stric; 39493: S6 söre an sinen kragen her Dö man den 
helm da stricket; cf. 34539. 
3) Parz. 598, 4: An den kurzen sbarken sper Den helm enpiienc her Gawfm: 
Hin reit der hehn, hie lac der man.  Franeinl. p. 269, 2: Daz man mir von dem 
houbet stach Für war dristunt den helm min, Den ich mit snüeren doch sidin 
Üf gebunden het viI wol, Als man  helme binden sol.  Troj. 31438: Dem 
ellentrichen Tröilö Wart sin hehn gestochen abe. 
4) Parz. 44-4, 21 (s. Anm.  Willeh. 422, 15: Schoyüse wart geswenket, Dä. der 
schilt was gehenket Bi des helmes snücre stricke.  Franend. p. 261, 9: Da schilt 
und helm zesainen gärt Und da den hals daz collir hat Beslozen, da traf in min 
hant.  Chans. d'Anti0che IV, 22: Son escu tint serre par devant sa ventaille. 
5) Vjrginal 343, 4; Den hehn er üz der keten slöz; 821, 5: Der helm im an 
der keten erklanc.  Ottokar von Steier DCLXXXIV; An (lercheten er den helm 
furt.  Ga-uvain 1178: Ünf! Chßine a desfremee Dont il ot son elme freme. 
6) HTroj. 7398: Den halsberg, den er furte an, Der was maniger marke wert. 
 Ohren. des ducs de Norm. ll, 28480: Mais le haubert, le bel, le gent Qui les 
deus peis valeit d'argent.  Blancandin 1194: Miex vaut la broigne d'un tresor.
        

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