Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001308
Wäpenkleit, Kursit. 
hube1),Beckelhu0t2), französisch bacinetß). Ob die Cervelliere4) 
eine eigenthümlich geformte Abart jener altbekannten Haube ist, lässt 
sich nicht gut entscheiden. Spät genug kommt der Name vor, so dass 
die Erzählung, welche das Chronicon Nonantulanum zum Jahre 1250 
giebt 5), nicht absolut als unglaubwürdig zu verwerfen ist. Es wird 
da nämlich berichtet, dass Michael Scotus, der vertraute Astrolog des 
Kaisers Friedrich, die Cervellarium genannte Eisenkappe erfunden habe. 
Bevor man nun den Helm aufsetzte, legte man über den Halsberc 
und seine Verstärkungen das Wapenkleit oder Kursit an, einen 
ärmellosen Rock, der bis zu den Knieen hinabreichte, unten, vorn und 
hinten gleich dem Halsberc aufgeschlitzt war, um nicht beim Reiten zu 
geniren. Der ursprüngliche Zweck dieses Uebervvurfes War Wohl der, 
zu verhindern, dass die Eisenrüstung durch Feuchtigkeit litt, oder 
durch die Sonnenstrahlen gar zu sehr erhitzt wurde Ü). In Welchem 
Verhältniss das Kursit zum Wimpenroc steht, ist nicht recht klar. 
Oftmals werden beide neben einander geilannt 7), und es Will fast scheinen, 
und durch die hübcn sluoc.  Bitcr01f' 636: D6 sluoc er Welsrlngen Durch einen 
hehnen richen Harte krcfticlichclm Unz üf ein hiubel guldin.  Alphurt 302: 
Durch hchn und durch hüben hiu er den ritter guot Und durch des helmes 
Spangen. 
I) Troj. 31065: Sö vaste üf den gezierten hehn, Daz i1n des wilden Eures 
melm Dar üz begunde stieben Und er sich muoste klieben Biz üf die beckenhübc 
stark, Diu dar under im verbarc Den schedel und die hirneschal; 35540: Im wart 
biz üf daz hersenier Helm undc beckenhübe entrant; 40035: Dur beckenhüben 
und dur helm.  Titur. 5828: Durch hehn, durch bcckelhoubcn, durch hersnier 
mit alle. 
2) HVF. Trist. 3302: den laotestat Sluoc 'l'ristun der degen fruot Mit krcften 
durch den bckkelhuot. 
3) Renaus de Montauban p. 431, 16: Li cerclcs ne li vant 1m montance d'un 
dä, Ne fust li fort bacins  Peüst affolä.  Huon de Bord. p. 57: Le hiaume 
fent, s'il. 1c cercle copc, Le bacinet a, pur desus outrrä.  Richars li biaus 4073: 
Lu. forte coifc li fait trcnchier, Trenche le bachinet (Yachier Et branc 1i met en 
1a, chervielle.  Guill. d'Orcnge I, 1104: Et Hert 1c roi (ne 1c velt espargnier) 
Parmi son heaume qui fu ä or vergic, Que Heurs et pierres en a, jus träbuchiä; 
Et 1i tranchu le mestre chapelicr. La bone coiffe convient-il cmpoirier Que lalzmine 
paume 1i fcnt 1c henapier. 
4) Guiurt II, 1912: Sus hyaumes ct sus cervelicres Prennent plomnuäs in de- 
scendre; 3443: Et fausent 1a1usenrs cerveliöres; 5467 1 Mes lmuberjons et cerveliäres; 
11534: Fers de lance et cervelicres. 
5) San Marte a. a. O. 74. 
6) Wolfdietr. A 573: Von harnesch wart er geblözet, sin cursit von im ge- 
zogen. 
7) Parz. 333, 6: Sin kursit, sin wäpenroc, Was gehärt mit gestßine-  M618- 
ranz 3291: Sin wäpcnroc und sin kursit Was tiur und rich im allen strit, Von 
einem lafellel licht gevar; 3381: Sin wäpenroc, sin kursit Was ein grüener samit;
        

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