Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001282
Ventaille (Finteile). 
Hitze wird man so gewappnet leicht ohnmächtig 1); auch wenn man 
einem Freunde sich zu erkennen geben, ihn umarmen will, muss man 
sie erst aufknüpfenz). Dass die Ventaille den unteren Theil. des Ge- 
sichtes bedeckte, geht aus anderen Stellen hervor 3) (Fig. 17). Sie wird 
angebunden 4), beim Entwaiiinen losgeknüpft 5), oder im Kanipfe los- 
gerissenß); an ihrem Zipfel schleppte der Sieger den Besiegten aus 
dem SchlachtgewühU); sie muss erst dem zum Tode Verurtheilten ab- 
gezogen werden, ehe das Haupt abgeschlagen werden kann 8). 
War das Hersenier nicht mit dem Halsberc aus einem Stücke 
gearbeitet, sondern wurde es als besondere Kappe über den Harnisch 
1) Alix. p. 138, 18: Par desour Ies ventalles se pasnient 1i plusior. 
2) Erec 4140: L'iau1ne amont li sozleua Et 1a uentaille li deslace, De ioie 
Pacole et embrace; cf. 3152. 
3) Willeli. 408, 1: D6 kerte der künec Cernubile Gein dem, der W12 sö den 
sne Ime strite truoe den hart, Mit der iinteilen niht bewarb.  Chans. dläntioche 
VIII, 16: Par desseuz 1a ventaille perent 1i poil mesle.  Lanz. 4528: Daz dein 
degen alsö snel Bluoten begunde Zer nasen und zem munde Durch die vintalen 
nider.  Cröne 9744: Dem Gawein sinen helm nam Mit einem slac, den er im 
sluoc, Der üf gein dem Icinne truoc Und die fintaile zekloup, Sam ez Wsere ein 
dürrer sehoup, Daz ime der helm empiiel.  Chans. d'Anti0che IV, 22: S011 eseu 
tint serre par devant sa ventaille.  Guill. d'Orenge V, 6314: De la ventaille 1i 
rompi 1a joiere Tote 1a face Ii fendi par derriere. 
4) Parz. 260, 12: Die iinteiln er für sich pant, Gein striter wolde füeren 
Den helm er mit den snüeren Eben ze sehne ructe.  Athis B 48: Man sach in 
zuo den zitin Einin halsberc ane vuorin, Mit riemin und mit snuorin Gestrickit 
zuo den mailin An einer fantailin, Daz sie sich mochtin nicht intlösin. Und zwö 
silberwiziu hosin Gestrickit nmme sine bein.  Chans. dkntioche VIII, 23: Puis 
ont des blans aubers les ventailles fermees.  Guill. d'Orenge IV, 209: Et tant 
vert elme, 1a ventaille fermee; cf. V, 4248.  Otinel p. 13: En 1a ventaille ot -j  
riche fressel Ffet fu de soie, d'or furent 1i noie1. 
5) Parz. 44, 4: Si entstriete der üntalen bant; 256, 5: Durch klage und durch 
den tac sö heiz Begunde netzen in der sweiz. Durch den luft von im er bant 
Den helm und fuort in in der haut. Er enstricte die vinteilen sin; cf. 575, 17.- 
De Trojaensche oorlog (Blommaert, oudvlam. ged. I, p. 31) 2624: Ontwapennen en 
wilt hi henie nit Sonder vander ventalien a11ene.- Ferguut 4123: Hi hadde ver- 
Ioren die ventaelgie.  Guill. d?Orenge IV, 583: James ifaura deslacie sa ven- 
taille; V, 1905: L'e1me deslace, lait 1a ventaille a1er.- Chron. des ducs de Norm. 
II, 1195: N'i out chemises despoillees, Fors les ventailles deslacees; 37394. 
6) Erec 979 (vgl. S. 44, Anm. 3). 
7) Rom. de Troie 8513: Li dus 10 prist 1a ventaille Por braire hQIS de 1a ba- 
taille; cf. 16169.  Li biaus desconneus 1439: Si 1i sace per 1a Velltßille Le cief 
li desarma et 1a face. 
8) Rom. de Troie 9717: La ventaille 1i deslacoent Assez vilment 1a demenoent; 
Le chief perdist sanz demorance.  Jourdains de Blaivies 1977.  Guill. de Pa- 
lerne 6838: Li a le chief o 1a ventaille Fait voler.
        

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