Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001169
Spaldenier. 
Kollier. 
Curie. 
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unterscheidet er sich von dem gewöhnlichen Wams eben dadurch, 
dass einige Eisenschienen in sein Futter eingenäht sind und ihm damit 
eine grössere Festigkeit geben. Die Schultern deckt besonders noch 
ein gefüttertes, meist aus Seidenzeug angefertigtes Kleidungsstück, das 
Spaldenier (afr. espauliere) 1). Der Hals wurde von einer dicken und 
festen Halsbinde oder einem weit herabreichenden Kragen, der mit 
Knöpfen an der Kehle geschlossen War, sorgfältig gegen Verwundung 
gesichert. Es ist dies das Kollier (afr. collier) 2). Zuweilen zog man 
unter den Halsberc auch noch einen Rock aus festem dickem Leder 
an, der, im Falle die Ringe durch Hieb oder Stich beschädigt nach- 
gegeben nnd die feindlichen Waffen den Eisenharnisch durchbohrt hatten, 
einen wirksamen Schutz selbst dann noch gewähren konnte. Es ist 
das die Curie3), die zuweilen auch über das Panzerhemde, gewöhnlich 
aber unter dasselbe angelegt wurde. 
1) Friedrich von Österreich fällt m11 15. Juni 1246 in der Schlacht; auf der 
Wahlstatt wird er gefunden und Ulrich von Lichtenstein (Frauend. p. 528, 16) 
erzählt: Ez het der edele fiirste rich An im niht wen ein slaaldeniei: Und einen 
schuoch, geloubet mir, Und niht Wim sin linin kleit.  Frauend. p. 300, 15: Ich 
legt an mich ein spaldenir.  Meler. 4376: Sin spaldenier daz het er an.  
Schwanenritter 118: Dar über ein Spalier was bekleit, Daz Iiehten schin den ougcn 
bar Von pehnätsiden rösenvar; 1046: Wen daz daz Spalier schirmet in Dztz Vil 
guot palmätside was.  Gr. Wolfdietr. 1384: Kursit und gesmide wolt sie im 112m 
abgezogen Sin spalei- guot von siden, dez ist war und nit gelogen.  Percev. 
29560: Perchevaus Qui son hauberc ztvoit oste; Espaullieres d'un drap ouvre Avoit 
encor.  Guiart II, 2235: Haubers faussei- et espaulieres.  Philippe de Beau- 
umnoir, Jehnn de Dzunmartin 3978: Primes vest unes espaulieres De boure de 
soie moult chieres. 
2) Willeh. 422, 18: Von palmät ein collier Von stahel ein veste hersenier; 
406, 12: Ez (daz casagän) muose ein kollier ouch hän, Daz sich gein der kel ze- 
samene vienc. Der slitz unz üf den geren gienc. Smärät und rubin Daz wären 
dran diu knöpfelin.  Tit. 3535: Ein kollier W01 gesteppet dicke von palmate.  
Cröne 18190: Ein wambeis unde ein collier Muost er haben dar nach. -Fra.uend_ 
p. 453, 26: Und versniten an beiden hehnen diu kollir; p. 456, 7: Wart dä. mit 
ritters kunst geriten, Mit speres ort kollir versniten.  Schwanenr. 1086: Der ime 
daz kollier und den kregen Durch unde durch alsö verschrieb.  Karl Meinet 
p. 55, 9: Dar up (dat purpunt) eynen halsbant, der was goet; p. 43, 21: Ind gave 
ime eyne Wunde Durch den halsbant in de syde.  Alix. p. 430, 37: D'une porpre 
vermelle ert faite sa. coliere. 
3) Lanc. III, 13438: Ende Maurus weder Keyen stac Dor scilt, dor curie, dor 
leder; III, 16190: Dor halsberch ende dor curie Ende dore die borste.  Gaydon 
p. 303: Sus le hauberc doublier qu'il li a derompu La, curie 416880118 Fa de mort 
secouru.  Doon p. 29: Et meint hauberc derout et meinte fort curie.  Fiera- 
bras p. 19: -l- cuir de Capadoce va en son dos jeter, I1 fu blans comme nois, 
bien fu pour le serrer. Pardesus Vest Tauberc qu'il ot fait_d'0r saffrer; p. 25: 
Deseur 1a destre espaule a. Pauberc entame Plus de -iij-" mailles en a, au branc 
sevre. Le clarvain 1i trencha. k'0t defcrs endosö Le cuir de Capadoce Fa ggu-i g 591135, 
Schultz, höf. Leben. II. 3
        

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