Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001149
Rüstung der 
Beine. 
Üeber die Hose legte man zu weiterem Schutze noch Schuhe an 1). 
Der Unterschenkel wurde mit einer besonders angeschnürten Gamasche 
aus starkem Leder (beinberge 2), afr. j ambierre 3), mlat. gamberia) 4) ver- 
wahrt; für die Kniescheibe sorgte man durch eine passende Eisen- 
schale (mhd. schinnelier, schillier 5), mnl. cnielinge G); afr. genouilliere) 7) 
(Fig. 8). Wenn schon beim Gedränge eines friedlichen Festzuges die 
Schienbeine der Ritter und die Kniee oft gestossen und schmerzhaft 
beschädigt Wurden S), so war das im Schlachtgewühl erst recht nicht 
zu vermeiden und so sorgte man durch diese Platten dafür, dass der 
Ritter mit einer Verletzung der Beine so viel als möglich verschont 
blieb. Die von Ulrich von Liclitenstein genannten whurtenierwl) und 
die „l1urtevil"10), die Ulrich von dem Türlin erwähnt, werden wohl mit 
dieser Art der Beinrüstung ziemlich identisch sein. 
Demay in seiner schon citirten Abhandlung (p. 11) hat die R011- 
delles vor den Knien, die Genouillieres, sowie die Jambieres zuerst 
auf dem von ihm Taf. IV, 15 abgebildeten Siegel des Jean de Chalon 
vom Jahre 1301 angetroffen, allein die angeführten Stellen beweisen, 
(lass man schon im zwölften Jahrhundert von diesen Rüstungsstücken 
1) Willeh. 290, 1: D6 erz harnesch gar 11er an, Zwen starke scliuohe der junge 
man Bant über die iserläolzen. 
2) Herz. Ernst D 4667: Von beinbergen und sarwete Schliff er ym gut gerete. 
3) S. S. 30, Anm. 1.  Prise de Pzunpelune 3278: Esperons et jambieres e 
Paubers endosies.  Anelier, Guerre de Navarre 4724: E vestir maynt laerpuynt 
e eaunberas cauear. 
4) Otto Morena 1160: Tereentas lorieas et multas gamberias. 
5) Parz. 155, 23: Helmes snüer noch siniu sehinnelier Mit einen blanken han- 
den iier Kund ers niht üf gestrieken Noch sus her ab gezwicken; 157, 12: F] 
erm büte dar den halsperc. Er stricte im umb diu schinnelier; 261, 18: Und in 
iseriniu sehillier Was gewäpent dirre küene man.  Cröne 18187: Manie helt ze 
velde San, Der sin hosen sehuohte an, Dar über sin scliellier; 2871: Der coifen 
und des colliers, W frfenrockes, hehnes und tschilliers, Der wart er vil snelle gar. 
6) Walew. 10073: Cnielinghe ende cousen al bebloet.  Troj. 34916: Dö traf 
er üf die schiben in Des kniewelinges herte.  
7) AliX. p. 463, 30: Cauces de fier caueerent li vasal {r loisil" Gßnmlilliärßs 
qu'il orent bien üsent couvrir D'un orfroi que il orent que Tors n'en pot cair.  
Rom. de Troie 1801: Primes ehalea ses genoilliers; 10163: Ses genoillieres li oste- 
rent.  Pereev. 26413: Ses eauces avoit  eaueies Et ses genolliäres lihßies Son 
lmubere endosse zweit.  Chron. des ducs de Norm. II, 18983: Son osberc li nnt 
treib del des E ostees ses genouillieres. 
S) Mai u. Beafl. p. 82, 31: Daz schinbein manegem dürehel wart An (ler 
engen durchvart; p. 85, 16: Des wart durchstözen nianic knie ln dem. grözen ge- 
drenge, Wan diu durchvart was enge. 
9) Frauend. 13.450, 13: Die (Lücke; wohl hosen) wärn lieht, von rost behuot, 
Dar über zwän hurtenier von horn. 
10) UvdT. Willi. d. H. p. 65: Ilnrtevil, crassilC?) und ltursit.
        

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