Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1004989
Schmuck des Grabmals. 
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heinen gebresten va11t, S6 lief er alzehant, Da er den künic sach, Und 
nam dar nach Die gestalt hie ab, Die er dort dem bilde gab. Under 
andern dingen Lat iu ze lichte bringen Einen alwaeren site, Der dem 
meister wonte mite. Er hete sö gar gevedemet Und in sin herze be- 
gedemet Al des küniges gestalt, Daz er die runzen alle zalt An dem 
antlütze, Daz het der meister nütze Alles gewaric gemerkt Und so 
daz bilde gewerkt, Als er sin hete gedaht. Nü hete den künic bräht 
Gebreste manicvalter Und allermeist daz alter, Daz der künic here 
Einer runzen mere An dem antlütze gewan. Daz wart dem meister 
kunt getan, Der huop sich uf sin strazen Und lief hin z'Elsazen, Da 
der künic dö was. Dö nam er üz unde las An den Sachen die warheit 
Als man im hete geseit. Und do er daz ervant, D0 kerte er alzehant 
Gegen Spire wider Und warf daz bilde nider Und machtez aber gelich 
Ruodolfen dem künege rich. Der stein wart nu sin dach." Leider 
verschweigt uns Ottokar den Namen dieses Bildhauers, und wir dürfen 
auch wohl kaum hoffen, denselben je keimen zu lernen. Es scheint 
ein Meister aus Speier selbst gewesen zu sein, der sicher nach Portrait- 
skizzen, die er nach dem Original entworfen, das lebensvolle Bildniss, 
das heute noch, allerdings stark restaurirt, in der Krypta des Speierer 
Domes (vgl. I, Fig. G6) erhalten ist, ausführte. 
Man begnügte sich oft nicht damit, den Todten durch Errichtung 
eines solchen Monumentes zu ehren, sondern liebte dasselbe auch da- 
durch noch zu schmücken, dass man zumal an den Gedenktagen des 
Verstorbenen es mit kostbaren Teppichen behing  Besondere Gerüste 
aus Schmiedeeisen, die zugleich, mit Gittern versehen, das Grabmal 
gegen Beschädigungen schützten, waren zu jenem Zwecke um und über 
das Epitalohium aufgebaut. Erhalten sind nur wenige solche Eisen- 
constructioneil. Die von Viollet-le-Duc (Dict. de l'Arch. IX, 64) ge- 
gebene Abbildung des Denkmales der Gräfin Alix von der Bretagne 
(T 1221) und ihrer Tochter Yolande (T 1272), das, ehedem in der 
Kirche zu Villeneuve bei Nantes, 1793 zerstört wurde, ist nach den 
Gaignieresscheii Aufnahmen ziemlich willkürlich ergänzt. Mir ist nur 
ein einziges gut erhaltenes Eisengestell für die Prachtteppiche bekannt, 
das Grabmal des Bischofs Przeczlaus von Pogarell (T 1376; Luchs, 
Fürstenbilder, Tafl) im Dome zu Breslau. An diesem Eisenbau sind 
dann noch Lichtträger angebracht: Dornen, auf welche die Wachskerzen 
aufgesteckt wurden; Schalen, die das herabtropfende Wachs auflingen, 
Hin und Wieder ist die Tumba auch noch unter einen steinernen 
1) Percev. 
26150: 
nmnstru, 1a süpouture Qui aeouviers 
esboit. 
d'un palie
        

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