Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001115
rrkleider. 
Untt 
Schutzp 
sowohl das Waffenhemd und sein Zubehör, als auch die Hosen sind 
aus Ringen, einstweilen gleichgültig wie, hergestellt. 
Vor dem Anlegen der Rüstung zog man seinen gewöhnlichen 
Anzug aus und behielt bloss die Ünterkleider an 1). Die seidenen 
Hemden waren schon damals beliebt, da sie leicht waren und gegen 
die Schwerthiebe schützten 2). Ein festes wollenes Wams 3) behielt man 
jedenfalls an und schützte die Kniee dadurch, dass man sie mit weichem 
Filz umwandi). War der Ritter so weit bereit. so setzte er sich auf einen 
Teppich niederä). Zunächst legte man ihm das Senftenier anü), wahr- 
scheinlich eine gepolsterte Binde, um den Unterleib gegen Stösse zu be- 
wahren. Ich denke es 1nir ähnlich wie etwa die Paukhose unsrer 
Studenten; zu weit durfte es nicht herabreichen, sonst wäre es beim 
Reiten unbequem geworden, aber die Oberschenkel hat es wohl noch 
geschützt. Mit dem Senftenier war ein Schutzpolster für die Hüften, das 
Huffe nier, verbundenl). Die Hosen wurden darauf angezogen. Entweder 
wurden dieselben hinten an der Wade und bis über die Kniekehle hinauf 
mit Leder-Riemen zngebunden S), oder sie waren wie ein Strumpf ge- 
schlossen, und der Ritter brauchte bloss die Beine in die Höhe zu strecken, 
dann rollten die schweren Eisenhosen von selbst an dem Beine hinab. 
Wie die Hosen der ungeharnischten Männer umschlossen die Eisen- 
llosen zugleich den Fuss und reichten bis hoch an den Uberschenkel 
1) Durmars 1255: Et messires Durmars osta Son blieb et on li baila -I- por- 
point molt riehe et molt bel D'un vert szunit eler et novel. Mesires Durnnn-s l'ai- 
vestu Se 1km bien lacie e cosu. Cf. 10107 ff.  
2) Kudr. 864: Joch hebe er under brünne von vil guoten siden Von Abalie 
ein heniede. anders müeste er nü dm. ende liden.  'I'r0j. 32262: Dö sehuof 
ein hemede wol gebriten Üz blanker laahnäutsiden, Daz er in dir versniden Niht 
möhte mit rilicher stete. 
3) Mor. v. Craon 828: waimbes von buggeran.  
4) ibid. 829. 
5) Lenz. 3752: Dä lag er arme rücke Unz man im die hosen an Geschuohte 
als ein1e siechen man. 
6) Willeh. 231, 24: Dä, der lendenierstrie erwant, Eblichiu het ein semfizenier, 
Der noch ein sölhez gzebe mir, Dez neem ich für ein vederspil. (Diese Stelle ist 
meines Erachtens so zu deuten: Gyhurc und ihre Mägde haben unter dem Hosen- 
gürtel ein Semftenier d. h. ein Polster [sciL peeben], das ich einem Falken 
vorziehen würde.)  Willeh. 356, 3: isernhosen und senftenier.  Ludw. Kreuz- 
fahrt 6200: Noch in dem neste vil lau ir: Etslieher niht vollen die semftinir Tzu 
den beinen gebunden het.  Herz. Ernst D 2537: Und nahmen auch vier senfHaenier. 
7) Der Frauen Turnier 65: Oben an daz senftenier Sö wol gesteppet huffenier. 
S) Erec 703: Lau pucele meisme Panne. N'i oh fait charuie ne chzrrme. Lace 
li les chauces de fer Et cout ä, corroies de cer.  Li biaus desconneus 345: Gau- 
ces de fer li onb eaeies Ä cordieles li ont loiies; 2767: Ä bones coroies de 0er Li 
lncent les eauces de fer.  Parton. 2957: Cauces de fer a puiS Caußiäs, D6 las de 
soie bien lacies.  Gaydon p. 199: Li euirs des jointes et de genols rompi.
        

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