Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001091
Brünlu 
und 
Halsb 
Das Hauptstück ist der Rock, der bald Brünne 1), bald Halsberc 
genannt wird. Wie unterscheiden sich beide? Zunächst fällt es auf, 
wenn man die zahlreichen von San Marte (a. a. O. p. 28 ff.) gesam- 
melten Belegstellen überschaut, dass das Wort Brünne mit Vorliebe 
5a) von den Dichtern der Volksepen gebraucht 
 wird, Während die Bezeichnung Halsberc 
  mehr von den höfischen Dichtern ange- 
älm.   wendet wird. Es wäre also zunächst wohl 
  tLIIZIIHGllDIÖII dass Brünne der ältere Hals- 
  ] _L' .1  ,   T.    j L  
ä 9 Juc (er modernere lNanie fui e111 und 
 dasselbe Panzerhemd sei z). Indessen diese 
  1"" Annahme wird unhaltbar da an e" "v 
A,   (i, ß  wenigen btellen die ldrunne vom Halsberc 
  f  ziusdrückhch unterschleden wird 3). Wenn 
 i im lVlhd. Wtb. l, 270 Brünne als ein aus 
  hfsx  Platten gefertigtes Hemd erklärt wird, so 
das? ist dies auch nicht stichhaltig; in der schon 
' „  angeführten Stelle des Wigalois wird zwar 
"liiä von "breiten blechen hürnint" gesprochen, 
' F" und dass man in jener Zeit Panzer trug, 
Fig. v. lilgslläzgllltälälgäl-rgßf Emüll- die mit Hornschuppen benaht waren, daliir 
linden wir auch an anderen Orten Belägel) 
(Fig. 7), aber wieder an anderen Stellen wird bestimmt gesagt, dass 
die Brünne aus Stahlringen gefertigt sei 5). Die Brünne kann also 
aus einzelnen Metall- oder Hornplatten sowohl, wie aus Ringen be- 
1) Über die Etymologie  Sun Mairtc n. n. O. p. 28. 
2) Blancandin 1190: Czmccs et boinesa. freseLPuis a,  blmnc am uberc vestu, fort 
ct tenzmnt, sere menu. Les maille s en furent ä 01'; Miex vaut 1a, broigne d'un tresor 
3) Wigal. 189, 27: Ein brünne het er an geleit Über einen wizen halslaerc. 
Dez was heidenschez werc Von breiten blechen hürnin: Mit golde wären geleit 
dar in Rubin und nmnic edel stein.  Hier wird also die Brünne über dem 
Halsberc getragen; Lungekehrt Ferguut 459: Een Wibte bronie dzuer mede was, 
Die knape se an, ende na. das -lj- cousen ende den halsberch groet. 
4) Ann_ Colon. max. ad zu. 1114: Etat autcm in exercitu imperatoris (Hein- 
rici V.) quedam legio, que loricis corneis, ferro inpenetmbilibus utebzuitur.  
Gr. Wolfdietr. 1334: Ein brunige fest von horne.  Apollonius 2992: Ir harnasch 
daz ist hürnin, Dir-von. sint dicke schibelin Geslagen ouf den ledervel.  Vgl. auch 
Walberan 807: Ein brünn sin wäfenroc was, Diu was geworht ze Kaukasas. Dar 
üf geworht von golde, Als man ez wünschen solde, Wären sunne unde män Und 
Sterne neben an. Durch die Sterne stecken giengen, Dran guldin Schellen hiengen. 
5) Ecken liet 77, 2: Eine brünne trage ich, Vil herte sint ir iinge, Si ist 
ouch wiz alsam ein swan.  Guill. d'Orenge V, 624: La. broigne rote, dont 1a 
maille est dobliere.
        

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