Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1004603
Zerstörung 
feindlichen 
Angrifsbamlten. 
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nicht aufhalten und es dem Urtheil des Verständigen überlassen. 
Nachdem gezeigt, wie den Minen und Geschützen zu widerstehen ist, 
müssen wir jetzt noch erklären, wie man den anderen an die Mauern 
der belagerten Festung herangeschobenen Bauten entgegentreten kann. 
Hier würde das taugen, was wir über den Widerstand gegen die 
Maschinen gesagt haben; denn wie die Steingeschütze durch einen 
unvorhergesehenen Angriff oder durch heimlich des Nachts entsendete 
Leute und durch Brandpfeile, sowie durch andere Schleuderinaschinen 
und durch glühende, aus eisernen Schleudern geworfene Eisengeschosse 
zerstört werden können, so kann man auf diese Art auch die Holz- 
bauten bestürmen. Ja es ist erprobt, dass gegen diese Holzbauten 
ganz besonders wirksam ist, wenn durch andere Maschinen oder auf 
eine andere Weise glühende Eisengeschosse auf sie geworfen werden. 
Wir können aber noch im Einzelnen einige Hülfsmittel gegen solche 
Bauten angeben, z. B. den Wolf gegen den Widder (cf. Vegetius 
IV, 23). Es wurde schon gesagt, dass der eisenbeschlagene Balken, 
mit dem man die Mauern der Festung bestürmt, der Härte seines 
Kopfes wegen Widder genannt wird. Gegen diesen richtet man ein 
gekrümmtes, mit starken und scharfen Zähnen ausgezacktes Eisen her, 
bindet es an Stricke und fasst damit den Kopf des Widders oder viel- 
mehr den Kopf des eisenbeschlagenen Balkens, zieht ihn dann entweder 
hinauf oder lässt ihn so hangen, dass er keinen Schaden mehr thun 
kann. Daher nannten die Krieger des Alterthums dieses Eisen den 
Wolf, weil er mit scharfen Zähnen den Widder packt. Gegen die 
Thürme (castra) jedoch nützen sehr die glühenden Eisengeschosse, 
man braucht aber noch ein besonderes Mittel gegen dieselben, 
indem man Minen und unterirdische Gange anlegt und die Erde da 
heimlich untergräbt, wo der Thurm Vorrücken muss. Wenn derselbe 
auf der so untergrabenen Stelle einbricht, so muss man ihn von neuem 
erbauen, da er wegen seiner bedeutenden Schwere nicht ganz aus der 
Grube herausgebracht werden kann. Gegen die Katzen und Mäuse 
(vineae et musculi) taugen sehr viel die glühenden Eisengeschosse. 
Wenn es jedoch vorkommt, dass mittels solcher Bauten die Mauern 
der belagerten Festung durchbohrt werden, und man hat die Besorgniss, 
so führt man, ehe dies geschieht, hölzerne, Wenn möglich steinerne 
Mauern auf. Wenn dann die Belagerer durch die Bresche eindringen, 
so werden sie zwischen den Mauern abgeschnitten und, da sie sich 
wegen der Beengung durch die Mauern nicht recht vertheidigen können, 
mit Steinwürfen überschüttet. Man muss aber sorgsam beachten, 
dass die Belagerer oft zu fliehen vorgeben und so durch List und
        

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