Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1004524
Ingenieure. 
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Steine auf die Brücke und zerstörte sie theilweise, so dass die anderen 
Deutschen, die dem Herzoge naehlaufen sollten, ihm weiter zu folgen 
nicht wagten. Doch die Creinenser stürmten, sobald sie merkten, dass 
die- Brücke gebrochen sei und die anderen Deutschen dem Herzoge nicht, 
folgten, auf den Herzog und seine Ritter tapfer los und brachten sie 
mit Steinen, Schwertern und Lanzen, zumal mit Spiessen (cutonibus) 
so ins Gedränge, dass der Herzog etwas verwundet mit einem Theile 
seiner Ritter in das Castell zurückging, ein anderer Theil, der über die 
Brücke in das Castell sich zurückzuziehen nicht vermochte, stürzte 
sich ausserhalb der Mauern von der Brücke in den Graben. Die 
Üebrigen, die "über die Brücke des Marchisius gegangen waren, kehr- 
ten ohne Erfolg in den Bau, von dein sie ausgegangen, wieder zurück, 
da die Creinenser ihnen kräftig Widerstand leisteten." Ob die Leute, 
die so nachlässig des Kaisers Befehl ausgeführt hatten, zur Rechen- 
schaft gezogen wurden, berichtet unser Gewährsniann nicht. Fünf 
Tage später capitulirte Crema. 
Alle die Maschinen, die zur Belagerung oder Vertheidigung einer 
Festung erbaut werden, heissen Antwerc  (rnlat. ingenia, afr. engins). 
Die Leute, welche sie zu bauen verstehen, heissen Antwercmeister2), 
lngeniarii, Engigneour. Einige berühmte Ingenieure werden uns von 
den Geschichtsschreibern genannt. So ist der Magister Guitelmus 
Ingenieur der Mailänder und wird in den Annalen von Mailand (Liber 
Tristitiae 7. 9. 18) 1156-60 öfters erwähnt. Ein Alamannus de 
Guitelmo, vielleicht der Sohn des eben erwähnten Meisters, ist 1196 
„Encignerius" der Stadt Mailand und laaut die Gräben und Palissaden 
in Piacenza (Ann. Plac. Guelli). Marohisius war 1159 der Ingenieur 
der Cremenser. Otto Morena nennt ihn „sehr erfindungsreich und 
allen Meistern, die damals in Crema waren, überlegen"; er hatte "beinahe 
alle Mangen und Petrarien, Schutzwehren (scriinalia) und andere Bauten 
sowie die Vorkehrungen zur Vertheidigung von Crema mit seinem 
wunderbaren Genie erbaut." Er war in der That ein Meister von 
grosser Berühmtheit; nur mit Gewalt hatten ihn die Mailänder in 
 1) Parz. 205, 30: Daaz üzer antwerc wart verbrant: 11- ebenhoehe unde ir mzmgen. 
 Willeh. 230, 9: Daz ez die üzeren vorhten, Die de antwerc gein ir worhten.  
Kudr. 1385, 1: Antwerc diu besten, Heizet seilen W01 gegen disen gesten; cf. 555, 1. 
 Wigal. p. 279, 30: Die sarjande an den graben Mit antwerke giengen.  
Ottokar von Steier CCCI: Vil wägen hiez er vasszen Mit rutten und mit phetern 
Und mit antwerich SWBIII Und Waz darezu gehört, Da. man purg mit stört. 
2) Ottokar von Steier CCCXLIII: Die antwerich meister hört ich jehen Und 
habe Quch gglber gesehen Die werich, die do gericht sein Auf kecken und 
auf kalein. 
Schultz, hüf. Leben. H. 24
        

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