Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1004460
Bercfrit. 
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schlenderten, getroffen wurden, oder man aus Besorgniss um sie oder 
ihnen zu Liebe die Festung übergäbe. Und nachdem sie einige Tage 
die Steingeschosse ausgehalten und der Thurni der Festung sich 
näherte, und die Gefangenen und Geiseln auch in der Nzicht am Thurme 
gelassen wurden, da fürchteten sie, dass die Stadt am anderen Tage ein- 
genommen werde. Der ganze Nacht also arbeiteten sie mit ihren 
Onageril und tödteten von denen am Thunne sieben." Dieselbe Ge- 
schichte erzählt Ragewin (Gesta Friderici IV, 47). 
Ehe wir den Gang der Belagerung weiter verfolgen, vergegen- 
wärtigen wir uns das Aussehen derselben, indem wir das von Engen 
Viollet-le-Duc mit Meisterhand entworfene Bild (Fig. 130) betrachten. 
Die Katze A ist in voller Thiitigkeit, mit der Erdwinde B soll sie eben 
näher an die Mauer herangezogen werden. Die Blide C wird geladen; 
im Hintergrunde wie auf dem Thurme der Sadtmauern entsenden die 
Kriegsnnmschinen ihre Geschosse. Die Ebenhöhe oder der Bercfrit E 
ist bereit; zahlreiche kleine, auf Rädern zu bewegende Schutzwände 
repräsentiren die von Aegidius geschilderten Musculi; die "Mäntele 
dar hinder solden gen, Die schuztzen tzu wer da sten" (Ludw. Kreuzf. 
283d) dürften etwa den Musculis entsprechen. 
So sind denn alle Vorbereitungen zum Sturme getroffen. Unter 
der Deckung der Iiatzen, Sauen, Maulwürfe und wie die geschilderten 
Schutzbauten alle heissen mögen, gehen die Mineure nun an die Mauer 
heran und suchen mit Hämmern, Pickhacken, Brechstangen u. s. W. 
dieselbe zu zerstören 1), oder sie untergraben sie und bringen sie in 
derselben Weise, wie schon früher geschildert wurde, zu Falle 2). 
1) Fierubras p. 16]: Pinien im grant picos ont lzn tere eilondreäe; p. 114: L'en- 
gignieres s'0n tourne, qui Dix puist mal clonner Et zu läit im cascun V pic (Pavcier 
porter. Entresci s'il. lzu tour no vaurent arester.  Gauvain 2928: Au soir, quant 
li jors fu salis, Q1151 turent las et 1a nuit vint, Vinrent li mineur plus de -xx- As 
fossäs por le mur perqier As bordons etas pius (Tacier. Si sont del mur mult 
aprociä Qu'il l'0nt en pluisors lius bleciö Et effondrä, icele nuit Qui qu'il en poist 
ne qui chnuit Trois toisscs en ont abatu.  (flodefr. de Bouillon 6148: A picques 
et ä. hams nloient los murs tramuims; 16906: Et -iiijl  rilmus ü. Inartiamus aeäräs Et 
5m leviers de 6er et_ asbdars afiläs Et font ung tcl assaut que les murs ont troäs; 
20427: Et portoient martiaus pour le mur cläpecier, Esquiöles pour munter et 
grans picques dämcior; 20586: Qui vont le mur troer Ä grans picqucs de {icr qu'il 
ont lädt zwärer Et pierchärcnt lu mur et le vont s'y miner Que -iiij- hommes de 
front y pcuissent entrcr.  Ann. Plaucent. Guelli 1239: Illud castelluln cum gra- 
phiis ferreis ceperunt. 
2) Guil. Brito, Phil. II (Duchesne V, 115): Fossis mm plonis pannas ad moenia 
miles Appocliat, sus eisquc secat, minarius instat Celtibus et piccis imi funclzunina, 
muri. Et ne fbrto czulensäupcr illos nlurus ab alte Sternat et incligna, concludat
        

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