Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1004446
Bercfrilä. 
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vorrollt, bis er mit den eisernen Sporen E die Mauer trifft. Bei G 
sehen wir ein starkes Schutzdach für die-Mineure. Die Fallbrücke 
H wird niedergelassen, zerschlägt die Zimnierung des Wehrganges 
und bahnt den Weg auf die Plateform der Mauer K. Auf der obersten 
Etage I ist der Platz der Schützen. Die Soldaten steigen theils auf 
den Treppen im Inneren, theils auf Leitern, die an der Rückseite des 
Thurmes angelehnt werden, hinauf. 
Es stand immer schlecht mit einer Festung, wenn es den Belagerern 
gelang, diese grossen Thürme an die Mauern zu bringen, und die Be- 
lagerten gaben sich deshalb alle Mühe, diese gefährlichen Barlten zu 
zerstören. Oft genug gelang es ihnen, durch griechisches Feuer trotz 
der Lederbedeckung das Holz in Brand zu stecken, und manches 
mühsam gezimmerte Werk wurde so in kürzester Zeit vernichtet. Da 
mussten denn die Belagerer aufpassen, dass die Häute immer triefend 
nass blieben, die herabfazllendeii Brände mit Haken fortgeschoben und 
und ziusgelöscht wurden 1). Nicht minder gefährlich konnten den Holz- 
bauten die GBIIÜIIGISClIVVCIBD Geschosse der Steinschleudern werden. 
Dagegen suchte man sich zu sichern, indem man eine elastische Lage 
von Faschinen an den Aussenseiten befestigte und so den Schlag wenig- 
stens einigermassen abschwiichte. „Der Kaiser liess das Castell, nachdem 
es zuirückgesclileppt worden war, mit einer doppelten Lage von 
Fasohinen (fitstinis viminum) bekleiden; bisher War es nur mit einer 
einfachen geschützt gewesen. Dann hiess er es mit besten hlilzstücken, 
Häuten und überdies noch mit wollenen Tüchern bewehren. Als es 
aber so bedeckt und wunderbar hergerichtet war, befahl der Kaiser, 
dass das Castell wieder vorgerückt werde" (Otto Morena 1159). 
Grausam aber erscheint es, wenn bei derselben Belagerung von 
Crema der Kaiser, in der Absicht seinen Thurm zu schützen, die Geiseln der 
Cremenser an denselben anbinden lässt, um die Belagerten abzuhalten, 
auf den Thurm zu schiessen. Die Annalen von Mailand (Libellus 
Tristitiae et Doloris 17) berichten: „Ausserde1n hiess er einen hölzernen 
Thurm bauen, höher, stärker und breiter, als man je einen gesehen 
hat; und liess die Geiseln, die er zu Cremona hatte, und die Gefangenen 
aus Padua kommen, und Von den besten und edelsten hing er etwa 
zwanzig an den Schultern vor dem Thurme auf und liess sie auf einem 
Holze sitzen, damit sie von den Steinen, welche die Onager aus Crenia 
1) Osbernus (a. a. O. CLXXV): Czueteri verq effossis sub machina. scrobibus in 
eisque nmnentes, globos ignium LÜSÖITIJIGbzLIIÜ. Alii in superioribus tabulatis per 
foramina coria dcsupor tensem Äirrigalannt, in quibus caudnrum scopae forinsecus in 
ordine dependentcs tot-am irrigzmbaunt nmchinaun.  
        

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