Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001062
Lzmzenschrnnk. 
Banner 
Gewöhnlich hingen die Lanzen mit den. übrigen Waifenstücken an 
der Wnnd1); dagegen bewahrte man, wie es scheint, kostbarere Speere 
in besonderen Behältnissen. Die ztltfranzösischen Wörter „ha.nstiertt2) 
und "1a11cier"3)  beide sind in Charpentiers Lexicon nicht zmfgeführt  
können nur Lanzentntteral oder Lunzenschratnl: bedeuten; letzteres ist 
aber Weitaus wahrscheinlicher. Dass man, um die Stahlspitze und 
den bemalten Lanzenschaft gegen die Atmosphäre zu schützen, jene 
in einem Ücberzug, diese in einem besonderen Futteral gewöhnlich 
barg, scheint aus den Bestimmungen der Templerregel hervorzugehen4). 
Sobald der Ritter die Lanze in Gebrauch nahm, sei es dass er 
zur Walfenübung, beim Turnier oder im Kriege ihrer bedurfte, so 
erhielt sie noch einen prächtigen Schmuck: 1,  
oben in der Nähe des Speereisens band  
er 3') oder liess er mit Nägeln an den   E  
Schaft das mit seinem Weppenverzierte    
Banner befestigen Ü) (Fig. 6). Ob uusserdem ßxjjßkfi '  Ax 
noch Schellen an der Lanze angehängt    "(ä 
wurden, möchte ich bezweifeln. Ulrich ß ' 4' i,  
von. Lichtenstein, der seine Ausrüstung so Fig 6_ Siege] des Grafen Philipp 
schildert 7), ist bekanntlich ein Geck und "m Nammmo" 
vollkommener Narr; von anderen Rittern wird so etwas nie berich- 
tet. Am oberen Theile des Banners (van, baniere; afr. gonfanoni"), 
1) Erec 3080: Ab einer want nam er Beide sehilt unde sper. 
2) Percev. 20151: Et laius si vit en -j- hanstier Une lance; 20239: En 1a. sale 
vit sainiei- -1- lier de lance en -j- hanstier; 22415: Laiens (en 1a sale) vit lances et 
hanstiers, Uorxples z. ciens et loiemiers Et bons espius, gros et furnis, Et groses 
lances, bien burnis. 
3) Durmars 4121: Devant lui voit lances assez As fers tranehans, as fuz planes, 
E11 -j- lancier estoit chascrlne, Mesire Durmars en prent une. 
4) Concil. Trecense 1128. XXXVIII: Tegimen autem in clypeis et hastis et 
lnrellus (Druck: furellis) in lanceis nec habeatur, quia hoc non proücuum immo 
damnuln nobis intelligitur. 
5) Kaiserchron. 7751: An den Stunden Ir vanen si ane banden.  Rolandsl. 
US, 13: Einen spiz nam er in die hant, Einen wizzen van er an bant.  Wigal. 
p. 52, 6: Ein riehirl baniere Wart im gebunden an sin sper.  Dietr. Flucht 
6409: Einen vaneir Dietrich an gebant Und vuorte in selbe in siner hant. 
6) Percev. 11297: Une ensagne i ot bien brodee De ses armes toute fresee, l 
freinerent a elaus d'or ün.  Ren. de Mont. p. 229, 15: Ä -v- claus de lin or le 
eonianon ferme.  Gui de Bourg. p. 71: -j- fort espiel quare. Ä -v- clous d'or 
d'Arra.be, du meillor dbutremer Li fu en Tarestucl li gonfanons freines.  Blan- 
eandin 4115: En une anste ot a. claus d'argent Le confanon freme au vent. 
7) Frauendiensh p. 209, 1: Er fuort ein sper in siner hant, Daz man vil wol 
gekleidet vant; Dar an vil kleiner Schellen hie Gestreut vil schöne dort unt hie. 
8) Auberi p. 223, 23: Baisse 1a lance 0u li confanons pent.
        

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