Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1004350
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Ausfüllen 
des 
Grab ens. 
die im mittleren Geschoss lassen die Brücken nieder und erstürmen 
die Mauern, die in der untersten Etage und unter den Musculi rücken, 
wenn möglich, an die Mauer und untergraben sie, damit die Belagerer 
auch auf diesem Wege in die belagerte Festung eindringen können. 
Man muss auch Armbrüste, Bogen, Steinschleudermaschinen und 
Alles der Art in Bereitschaft halten, um, wenn jener Sturm gewagt. 
wird, die Festung mit Geschossen zu überschütten. Je verschiedener 
nämlich die Art des gleichmässigen Angriffes ist, desto mehr gerathen 
die Belagerten in Schrecken und desto leichter werden sie überwunden." 
S0 schnell, wie dies Aegidius schildert, geht die Belagerung aber 
doch nicht vorwärts. Wollte man mit Widdern, Katzen, Thürmen und 
ähnlichen Sturlngeräthen an die Mauer herandringen, so mussten 
einmal die Aussenwerke der Festung, die Verhaue und Palissadenwerke, 
schon genommen sein (vgl. Bd. l, S. 16. 17, Anm), dann aber war noch 
der Graben ein gewaltiges Hinderniss; er musste ausgefüllt werden, und 
ehe das nicht geschehen, war an einen ernstlichen Sturm nicht zu denken. 
Also galt es zunächst den Graben zu füllen. Erde war dazu wohl 
am ersten zur lland 1); aber wie viel Körbe gehörten dazu, einen tiefen 
Graben zuzuschütteill Man hieb deshalb Strauchwerk,  ganze Bäume 
um, warf im Nothfalle selbst Schlachtvieh hinein 2). Bei der Be- 
lagerung von Crema 1159 sah Friedrich Barbarossa, dass die Zu- 
schüttung der Gräben zu langsam vorrückte, und erbat sich von Lodi 
leere Fässer, erhielt (leren auch mehr als zweihundert; diese liess er mit 
Erde füllen und in den Graben werfen, zweitausend Fuhren Erde 
darauf schiltten und so den Zugang zur Mauer bahnen (Otto Morena). 
Zu solchen Arbeiten war die Schaar des Trosses wohl zu brauchen, 
besonders wenn man sie zuverlässigen Führern unterordnete 3). 
1) 17111. p. 189, 37: D6 Turnö bedohte, Daz die ggmben ne mohten Niht ge- 
fnliet wirordnn, Dö hiez 11er sie mit erden Fullen unde siihten. 
2) Abbo de bello Parisiaco III, 303: Ccrtzibant lalures, alii fossata studere, 
Quae circa. resident illzun (turrim), sulcosquo replere. Hinc glebas specubus fron- 
ÖQSQUG dzibant nemorosas, Atque suo segotes etimn fetu viduatas, Pmtn simu], 
virgultm quoque et vites sino gemmis, Hincquc senes tnuros pulchrosquo boves 
vitulosquc. Postrcmum necant elegos, 11m1! quos retinebant Czuptivos, sulcisque 
clavis haec cuncm jnccbant Idquc die totzi stantes agitnnt in aigoxie.  Aye 
dhävignon p 42: Et Karies Pelnperere fiiit chna-roier 1c fust, Los pins et les Ioriers 
et les chesnes branchus.  Garin II, p. 207: Ihitrait porter por los fossös enplir. 
 Doon p. 338: Los fossös font tantost emplir et aphmer, As murs viennent tan- 
tost  et niiner.  (Äuiart T, 4023; Qui portent buches, pierreS, lllötteS, 
Uns in paniers, mitros Im hotcs. Aucuns (Pentfens 51. civieres; Choses pesantes et 
legieres Lesscnt {es granz fossez chäoir. 
31Ludw. Kreuzf-(ulirt 1840: Daz gernde (vdHagexiz gende) Volk Willic bereit 
waren sie tzu aller arbeit, Und trugen des grozg hufen m11, Also sie des duhte m1,
        

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