Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1004314
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G cschosse 
Aber wir müssen uns nicht vorstellen, dass die Geschosse, welche 
alle die genannten Maschinen schlenderten, rohe Felsblöcke und Feld- 
steine waren; sie wurden für den Gebrauch sorgfältig behauen und gerun- 
det  und manche noch vorhandene Steinkugel mag für diese Geschütze 
ursprünglich bestimmt gewesen sein. Wie man sie wog und nach dem 
Gewichte zu verwenden verstand, das habe ich schon oben erwähnt. Bis 
drei Centner schwere Steine konnten von einem Triboc geworfen werden 2). 
Bei der Belagerung des Schlosses Valckenburg wurden auf '27 Wagen 
die nöthigen Steine aus Egenburg geholt: "Daz man    Chainen stain 
dar mocht pringen Hinden siben schillingen" (Ottokar v. Steie1' DCXCI). 
Auch Bleimass en, in Töpfe gegossen, waren statt der Steinkugeln zu 
gebrauchen 3). Besonders gefährlich musste es sein, wenn ganze 
Bie n enstöcke durch die Maschinen auf die Feinde geworfen wurden; 
es scheint dies ein beliebter Streich gewesen zu sein 4). Natürlich 
zcrschellte beim Niederfallen der Korb und die Bienen fielen nun 
gereizt über Menschen und. Pferde her und konnten da grossen Schaden 
anrichten. Mit den Wurfmzischinen wurden dann auch Brandstoife, 
griechisches Feuer geworfen (vgl. S. 339 Anm. 1 und S. 347 Anm. 4), 
ja man verstand eine Art Bomben zu construiren. Johannes Turonensis 
erzählt 5), dass Gottfried Plantagenet Monasteriolum belagerte und dass er 
bei dieser Gelegenheit den Vegetius consultirte. Zwei Mönche treffen 
ihn grade bei dieser Lectiire und finden die Stelle aufgeschlagen, wie ein 
Thurm schnell eingenommen werden soll. Der Feldherr versichert, er wolle 
des ducs de Norm. 3987:  drcccnt c pereres E 11111113 firente11ln1lestc1m-s, 
Baues, lices, rctcncmenz.  Ayc d'Avig'n0n p. 42: Et Karies Pclnperere 11111 
Chibl'l'OüCl.' le fhst, Les pins et les loriers et lus ehesnes bmnchus, Et mistrcnt 
mangonniax et les perriäres sus.  
1) Guiart. T, 1343: Clmrpentiurs cngins ruchapuissent, Murinicrs de cordes 
chevissent, Mugons picrrcs auüondissunt; I, 3294: Giötcnt numgoniaus et pcn-iäres 
L11 grosse pierre uräondi. 
2) Anclicr, Guerre de Navmrre 3477: lfPls tmbuquetz getan: peyms de tern 
quintal; cf. 3918. 
3) Alix. p. 81, 11: Alixandrcs connnande ses perieres drecier; De pos tous 
lalains de plonc fct tamt dedens hmcier. 
4) Guil. Tyrius V, 9: L11pides,ignen1 eh plonu npibus 11lvez1ri11, 0111012111 quoque 
vivu111.  Godefr. de Bouillon 26887: Et ly cngignöour se vont 21ppare11z1nt Et 
s'0nt les vuissinus dßs, pur contropois pesmls, Ordend j ustenlenb suns iestre variant 
Ä -xxv- engicns qui fhrent en cstant, -Xxv- vaissiuus (Päs, c'0n Vib 1110usques nom- 
mant, Vont tont 21 une fois contre 121 mur giettzmt Et ly vuissiel se vont encontre 
mont Volant. Dessus le; Sz1rn1sins vont les Iuousques nunpunt, Es orelles, ä-s yeux 
et 011 näs pzu- devant Leur entroient les nlousques, qui les vont destraignant Les 
orelles menguänt et vont les yeux crevant. 
5) Hist. Gaufr. ducis Norm. (Bouquet XII, 528). -
        

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