Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001053
znspitze. 
Turnie 
12mm 
schwer zuheilten. Man bediente sich solcher verderblichen Lanzen. 
aber nur gegen Todfeinde 1). 
Kunstvoll verzierte Lanzenspitzen werden öfters erwähnt. Niello- 
Ornamente scheinen besonders den Franzosen wohlbekannt gewesen 
zu sein 2). Aber auch die von Wirnt von Gravenberg laeschriebene 
Glävie 3) ist in ähnlicher Weise gearbeitet. Ob der Stahl, aus de111 sie 
geschmiedet war, aus Indien stammt, das ist gleichgültig  in dem 
Punkte sind bekanntlich die Angaben unsrer Dichter nicht allzu genau  
jedenfalls aber will er sagen, dass die Lanzenspitze von orientalischer 
Arbeit ist (p. 124, 10): „l11 der innern lndia, Da ist einer slahte 
stal, Daz hat von golde rötiu mal". Wir brauchen hier keineswegs 
lnit Prof. Hausmann, den San Marte  a. O. 176) als Gewährsmann 
citirt, an Rostüecke zu denken: „rötiu mal von golde" sind einfach in 
den Stahl eingelegte, eingehämmerte GOlIdOTIRLDIGIIlJB, Verzierungen in 
Tauschirarbeit, wie solche noch heute meisterhaft von den persischen 
und damascener Waifenschmieden gefertigt werden. 
Bei Turnieren wurde die scharfe Spitze natürlich nicht aufgesteckt; 
da begnügte man sich, eine Eisenscheibe, die um fester zu fassen etwas 
ausgezackt war (ein kroenlin), am Lanzenende zu befestigenli) oder die 
Spitze des Schaftes einfach im Feuer zu härten 5). Und mit solcher 
Lanze konnte ein geschickter Kämpfer seinen Gegner recht gut aus 
dem Sattel heben und besiegen. Es zeugte allerdings von Gering- 
schätzung, wenn ein mit scharfen Waffen angegriffener Ritter es nicht 
für nöthig erachtet, die Lanzenspitze aufzustecken, sondern den Kampf, 
wie dies Dietleib thut, mit dem blossen Schafte besteht und seine 
Gegner trotzdem besiegt H). 
i) Stricker, Kur] 5092: Ez wären spiezc genannt, Si wärmen drieck undc sniten, 
DM, si vil lützel vermiten Die brünne noch den halsperu; 5099: Ez was über 
elliu lant Zeiner gewonheit erkant, Daz niemen mit (10111 spicze stauch, Wann der 
dem andern des jach, Daz er sin tötvient WAS. 
2) Z. B. Aiol 9989: As espiels nocles. 
3) Wigal. p. 124, 4 ff. 
4) Titurel 1966: E1. waren krwnlin niht glcflenei gespitzet; cf. 2989.  Vgl. 
v. d. Hagen, Bildersmil T. IV 11. XLVII. (Vgl. litelblatt.) 
5) Doon p. 99: Une lance laongnzul, qui estoit de ponnniur, Fet aguiser et u 
feu brasoier Pour 1a pointe endurchir et pour plus damagier. 
5) 31'661". 2458: Alrärste Wart des war getän, Daz sin schzuü was eine sper. 
Dö sln-fnchen si: "ir sit uns 11er Ein teil vil lasterlichen keinen. Hät iu (iibZ iuwer 
mlht benomen', Sprinclien dä die wisen, 'Daz ir des speres isen Niht enstiezet an 
den 501131111? "Ich ensnch der rittersclmfi; Niht der ich hie solde phlegen; Ez ist 
noch nlsö guot gelegen Stille bi dem helnie min, Des inuoz ez ung-eschiitet sin; 
Ich enweiz an iu niht disen hzmzf
        

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