Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1004274
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Bzmlistzr de 
JlJFIlO. 
Mange. 
eine Art grosser Armbrust 1); mit ihr wurden Pfeile abgeschossen. Die 
Balista de turno (arbaleste ä tour) ist eine solche Armbrust, die 
vermittelst eines Windewerkes gespannt wird 2). Viollet-le-Duc giebt 
(d. a. O. V, 242) eine Reconstruction der Maschine (Fig. 124V), die 
er wohl grösstentheils aus der Phantasie mit seiner gewöhnlichen tech- 
nischen Geschicklichkeit entworfen hat; denn mit der Darstellung, welche 
die Miniatur des Codex 17339 der Pariser Naitionul-Bibliothek giebt 
(P. Lacroix, Vie milituire p. 76), ist nicht viel zinzutiuigen. Mit diesen 
fahrbaren Arcubnlisten sind wohl zusammenzuhzilten die Espringalesl) 
und die Ribalteö). 
lst nun Balista ein durch die Spannkraft des Bogens bewegtes 
Geschütz, so muss die Mange in dieselbe Kategorie gehören, da. sie 
wiederholt als Belista bezeichnet wird ll). Ausdrücklich wird von 
1) Ann. Basil. 1275: Vidi in castro Friburc balistain, euius tLTL-US de cornu 
nobili longitudo 13 pedus habebzit.  Marchisii Scribae Ann. Jan. 1221!: Et bali- 
stariis decein cum zirmis neeessztriis et balistis de cornu. 
2) Ann. Plac. Gibell. 1269: Preliantes eciam illos de roeha de multis ballistis 
tam de turno, quam de duobus pedibus et uno pede.  Joinmä 547: Si pres de 
la ville que l'on y traisist bien d'une arbaleste a tour.  Achille Jubinal, Nouv. 
R00. de Fahl II, 211: Se ne fussent deux macues Qui d'une arbaleste a tour.  
Froiss-art I, cap. GCCXV, are a tour.  
3) Sie ruht auf drei Rädern, von denen zwei an die Unterschwelle des Bogens A, 
das (lritte an den Schaft B angebracht sind. Die Spitze C ist auf eine eiiörmige 
Pfanne D gesetzt, wie aus dem Detail C' ersichtlich, und dient als fester Angel- 
punkt für die Laffette. Um die Schussrichtung vertical zu andern, kann man das 
Rad E fortnehmen; das Laffette ruht dann auf den beiden Rollen F; so ist die 
Suhussriehtung F' G. Wenn man die Richtung senken will, so hebt man das Ober- 
theil der Latfette H mittels der beiden Zahnstangen K und der beiden Zahn- 
räder I. Der untere 'l'heil der Latfette ist durch den Zapfen L beweglich. Die 
Spannstitbe der Seile Werden im dem Gabelholz bei lVI befestigt. Gespannt wurde 
der Bogen, indem zwei Haken N die Sehne fassten; durch Drehen der Kurbeln O 
und vermittelst von zwei horizontalen Zahnstangen zog man die Sehne bis zu dem 
doppelten Drücker P, der, 11111 (MS Seil passiren zu lassen, zurückgezogen wird 
(Detail R). Der Drücker wurde bewegt durch einen Stiel S, der an seinem Ende 
einen Ring T hat; U zeigt den Drücker gespannt, 
4) Guiart II, S651: Et font Pespringale geter Li garroz qui lors de la est. 
Les plus viguereus esbahist; H, 9396: En ehaseune nef, bone et male Ra-il au 
moins une espringale; II, 9623: Espringales font leur servise Dont li gar-rot en 
maint lieu saillent; II, 9561: Li garrot empene d'arain. 
5) Ludw. Kreuzfahrt 2832: mangen, Ribolde üf rat gehangen; vgl. Livl. 
Chron. 2503 (Mhd. Wtb. 11', 679). 
6) Bertholdi Ann. 10791 Mäwhinalnentis ballisticis quae man gones theutoni- 
zant.  Otto Frisings GCSÜHJ 1"1'id. 16: Ferunt quadarn die lapidem vi tormenti 
ex b-alista, quani modo man gam vulgo dieere solent, propulsum ad superiora 
moeniorum loca conscendisse, ex collisione parietum tribus factis frustis tres simul
        

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