Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1004103
Steinschleudermaschmen. 
Trabucium. 
Triboc. 
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Festung besser bezwingen kann durch genau treifende oder aus weiter 
Entfernung geworfene Geschosse, oder durch beides (vel medio modo 
inter utrumque) oder ob er den Belagerten mehr Schaden durch viele 
und häufige Schüsse zufügt. Danach kann er sich richten, welche 
Maschinen er anwendet. Wenn er aber die Maschinen, die wir er- 
wähnt haben, genau kennt, dann weiss er genug, wie mit Steinschleuder- 
maschinen eine Stadt angegriffen werden kann, denn alle Arten 
von Schleudermaschinen sind entweder den besprochenen 
gleich, oder sind aus denselben entstanden. Man muss aber 
darauf achten, dass Tag und Nacht durch die Steinschleudermaschinen 
die belagerte Festung beschossen wird. Damit man aber sieht, wie 
bei Nacht die geworfenen Steingeschosse trelfen, so muss man immer 
an den Stein Feuer oder ein brennendes Holzscheit anbinden. Denn 
durch den angebundenen Feuerbrand sieht man, wie die Maschine wirft, 
und was für ein Stein und von welcher Schwere in die Schleuder der 
Maschine zu legen ist." 
Die Bestimmung der verschiedenen Wurfmaschinen ist eine sehr 
schwere, und so viele Mühe sich Viollet-le-Duc gegeben hat, dieselben 
nach den unvollkommnen Abbildungen zu reconstruiren (Dict. de l'Arch. 
V, s. v. Engin), so kann man doch nicht sagen, dass er immer das 
richtige getroffen, geschweige denn alle auftauchenden Fragen beant- 
wortet oder nur berührt hat. Dasselbe gilt von der ausgezeichneten 
Arbeit des Generals Dufour: „Mem0ire sur Yartillerie des anciens et 
du moyen-age" (Paris et Geneve 1840) und den „Etudes sur Yartillerie" 
von Napoleon HI. Vieles bleibt noch absolut dunkel und wird wohl, 
da die Maschinen selbst zerstört, die Abbildungen flüchtig gearbeitet, 
die Beschreibungen, für Wissende verfasst, meist für unsere Zwecke 
ungenügend sind, schwerlich je ganz klar gelegt werden. 
Was uns Aegidius Romanus sagt, ist ja sehr werthvoll, aber auch 
nicht immer ganz deutlich. Das Trabucium ist wohl mit dem Tra- 
buchum, Trabuchetum, afr. trebuchet, mhd. tribok oder driboc 1) iden- 
1) Matth. Paris 1097: Collocarunt machinas in locis opportunis petrznias sci- 
licet trubuculos et mangonellos, ex quibus crebros lapides emittebant.  Bamth. 
Scribae Ann. Jan. 1227: Et cum ipsum caqstrum esset per Saonenses annis prederiis 
et spaldis et bellicosis hominibus premunituln et ad deifensionem paratum, tra- 
buchum unumi bi erigi feeit potestas, illum videlicet de Marino magistro; cf. 1243. 
 Petri de Vineis Epist. II, 1: Postquam mirabilis machina nmontis clari moenia. cum 
trabuccis et instructionibus aliis tormentavit,  Chron, Colmar, 1297; 19,051; 51-1. 
buccun1    fecerunt.  Ann. Plaeent. Gibell. 1269: Trabucantes die noctuque 
ipsmn rocham (de Bardi) cum septenrl brabuchis et quinque ad minus valde magnig 
 Phil. Mousques 25883: Qu'il orent assäs mangionniaus Et trebukäs et tulneriaus;
        

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