Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1004087
Mincnkrieg. 
Schleudcrmase11in011. 
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sonstige Thatigkeit sogleich noch gehandelt werden wird. Merkten 
nun die Belagerten, dass ihre Mauern an einer Stelle untergraben Wur- 
den, so legten, sie Gegenminen an und suchten die Feinde aus ihren 
Gängen zu vertreiben, die Minen zuzuschütten und so die drohende Ge- 
fahr abzuwenden. Bei der Belagerung von Tortona 1155 entspann sich 
ein solcher unterirdischer Kampf (Ott. Frising. Gesta-Frid. lI, 16) I), 
und auch die Kreuzfahrer, welche 1191 die Turris maledicta der Feste 
Akka unterminirten, trafen plötzlich auf eine Gegenmine der Türken; 
man einigte sich, dass jede Partei sich zurückzog; die Türken aber 
verstopften sogleich ihren Stollen, damit nicht die Kreuzfahrer auf 
diesem Wege den Eingang in ihre Stadt erzwängen (Itin. Reg. Ric. 
lll, 11). Von Minen, die zum Zwecke des Eindringens in die belagerte 
Festung gegraben wurden, habe ich sonst kein Beispiel gefunden, wenn 
nicht eine Stelle in einem Briefe des Petrus de Vineis (I, 8), der 
von der Belagerung Faenzais berichtet, so zu deuten ist, was mir aber 
nicht wahrscheinlich vorkommt 2). 
So sicher die Unterininirung der Mauern zum Ziele führte, war 
sie doch nicht immer anzuwenden. Ein felsiger Boden musste schon 
unüberwindliche Hindernisse bereiten, da man die Steinmassen  nicht 
zu sprengen, sondern nur durch Feuer einigerinassen zu zerklüften 
verstand. War gar die Festung auf gewachsenen Fels gegründet, so 
konnte von dem Üntergraben der Mauern überhaupt nicht die Rede 
sein 3), dann musste man zu anderen Mitteln greifen, die uns denn 
auch unser Gewährsmann Aegidius (a. a. O. cap. 18) mittheilt. 
"Es kommt aber öfter vor, dass Festungswerke auf grossen Stein- 
inassen gegründet oder vom Wasser umgeben sind oder sehr tiefe 
Graloen haben oder sonst auf eine Weise befestigt sind, so dass sie 
durch Minen oder unterirdische Gange entweder gar nicht oder nur 
sehr schwer erobert werden können. Wir müssen also zusehen, wie 
viele Arten von Steinschleudermaschinen es giebt und wie viele 
Gattungen von Bauten, durch welche Festungen angegriffen werden. 
Die Steinschleudermasclainen zerfallen in vier Arten, denn bei jeder 
Maschine muss es eine Kraft geben, welche den Hebel (virgam), mit 
1) Qppidani non s_ine quorundam ex nostris proditionis suspiciono ingcnimn 
pfuesentumt colnmentlsque usl luxta. fhndzuuentum turris et ipsi cuniculos faciunt 
Swcgue qulbusdzuln ad eversloneln turrls procedcntibus suffocatis caeteri a. coepto 
deslstunt. 
  2) Per subterraneas vms, quas nostri fecerunt, attingentes moeniu civitutis et 
mtnna. penetrantes. 
3) Bueves de Comnmrchis 2025: Li chastizuus de Bznrbnstre sie's sor roche nayue. 
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N a- garde de mmOr ne (Pengln qm 1 um
        

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