Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1003924
23. Juni 
3-1111 
Seeschlacht bei Neapel 
1283. 
309 
Kerker. Unter Anderen wurde auch aus dem Kielrauine eines Schiffes 
der lang gesuchte Mönch Eustachius hervorgezogen, ein Verrather 
am Könige von England und ein ganz verruchter Seeräuber, und der 
zum Raube gewordene Räuber bot für sein Leben und seine Glieder 
eine ganz unschätzbare Summe Geldes. Aber ein Engländer (Richard, 
ein Bastard König Johanns) riss ihn wild an sich und mit den Worten: 
„Du sollst keinen Anderen mehr hintergehen", zog er das Sollwert und 
hieb ihm den Kopf ab. Als aber der Ausgang dieser Schlacht zur 
Kenntniss König Ludwigs kam, gramte er sich viel inniger als bei 
dem Unglück, das ihn bei Lincoln traf." Die Schlacht kostete aber 
auch den Franzosen ausser tausend Todten viele Gefangene, den Mönch 
Eustachins, Wilhelm de Barens, den Grafen von Neverit, Wilhelm de 
Pessi und viele Edle, unter ihnen zehn der Vornehnisten in ganz 
Frankreich, 125 Ritter, 140 gut bewaffnete Soldaten, 33 (XXXiijtYCS?) 
Armbrustschützen und 700 Mann Fusstruppen. 
In der Schlacht bei Neapel am 23. Juni 1283 haben die Gatalanen 
und Messinesen 11 Galeen, der Sohn Karls von Anjou, Prinz Karl von 
Salerno, 28 (Saba Malaspina X, 15) 1). „Vier Meilen vom Lande 
treifen die feindlichen Galeen zusammen; die einen stossen mit ihren 
Schnäbeln die anderen in die Seite, in die Bäuche; aber da leider 
die Kunst die Zahl überwindet und die Erfahrung immer den Sieg 
behält, so geben die Eingebornen die Galeen der Franzosen ziuf, ziehen 
sich aus dem Kampfe zurück, lassen die Schaar der lhrigen im Rachen 
der Feinde im Stiche und wenden ihre Schiifssehnäbel nach dem Lande zu. 
Die Franzosen widerstehen darauf mit blindem Kriegseifer den Gegnern, 
1) Eine andere Beschreibung bei BkLItOlODIITIGO di Neoeastro (c. 76. 77); de 
richtet der Admiral der Catalanen und Sicilianer Rogerus de Lzruria vor der 
Schlacht noch ermunternde Worte an seine Leute: "Der Admiral bestieg ein 
kleines Boot (faselus) und fuhr von Gelee zirGalee, ermahnte und bat die Messi- 
nesen, seine Kriegsgefährten: wenn sie heute muthig kämpften und der Herr ihnen 
gnädig sei, so würden sie die Blüthe der Grafen und der Vornehmen Frankreichs, 
der Grossen Neapels und. des Vaterlandes, da, die gegenwärtig auf den Geleen der 
Feinde seien, mit einem Schlage vernichten    'Abgesehen von den Personen und 
den Schiffen, die wir mit Hülfe der Gnade des Schöpfers erbeuten und die dem 
Könige zugehören, geben- wir alles, was ihr nach Niederlage der Feinde finden werdetl, 
Waffen und Schätze und. sonstige Beute, euch für eure Mühe und eure Treue. 
Und an dem Siege ist gar nicht zu zweifeln, denn die in ihrer Milde starke Rechte 
des Schöpfers, der die gerechte Sache des Königs wie die unsere schirmt, wird 
für euch gegen die Feinde kämpfen, und der h. Johannes der Täufer, der Kriegs- 
fürst des himmlischen Vaterlandes, dessen Fest am morgigen Tage die Christen- 
heit feiert, wird heute seine getreuen Messinesen beschützen und unsrer Sache 
gegen die Feinde einen erwünschten Ausgang geben?"
        

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