Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1003860
Anweisung zur 
Seeschlacht. 
Griechisches Feuer. 
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den Kalkstaub so belästigt Werden, dass sie nicht zu sehen im Stande sind, 
so können sie leicht von den Feinden getödtet oder ertränkt werden. 
"IX. Eine Vorsichtsmassregel besteht darin, Töpfe, mit weicher 
Seife gefüllt, vorräthig zu haben. Die schleudert man auf die Schiffe 
der Feinde und zwar an solche Stellen, wo dieselben ihren Platz ge- 
nommen, um die Schiffe zu vertheidigen. Denn wenn jene Töpfe an 
solchen Stellen zerbrechen, so werden diese Stellen durch die flüssige 
Seife so schlüpfrig, dass die Feinde, sobald. sie auf sie treten, sofort 
ausgleiten und ins Wasser fallen. 
„X. Die folgende Massregel ist verderblicher als alle anderen. Man 
findet nämlich manche Seeleute, die lange unter dem "Wasser auszuhalten 
im Stande sind. Die Schiffer müssen also sich spät (am Abend) zum 
Angriff gegen das Schiff der Feinde anschicken, und heimlich, hinter 
ihrem Rücken müssen sie einen aussenden, der lange unter dem Wasser 
aushalten kann, und dieser muss einen Bohrer (penetrale) nehmen, 
unter dem Wasser an das feindliche Schiff heranschwimmen und 
dasselbe in der Tiefe anbohren, indem er da eine Menge Löcher macht, 
die von den Feinden. nicht aufgefhnden werden können. Durch diese 
Löcher wird Wasser die Menge eindringen und diese wachsende Wasser- 
masse wird die Feinde und das Schiff in Gefahr bringen. 
"Auch Anderes ist bei einem Seekampfe zu beachten, dass man 
nämlich eine Menge Steine und auch scharfer Eisenstücke zur Hand 
hat; diese Wirft man wie die Steine und belästigt damit die Feinde in 
hohem Grade." 
Das von Aegidius (I) genannte Brandfeuer istdieselbe Mischung, 
die gewöhnlich als griechisches Feuer  bezeichnet wird. Eingehende 
Untersuchungen über die Mischung desselben haben Reinaud und 
Fave in einer Abhandlung "du feu gregeois" (Journal asiatique, 
IV. Serie, T0111. XIV, p. 257), dann Fave im dritten Bande von (Napoleons) 
Etudes sur le passe et Yavenir de Partillerie (Paris 1862), ferner Max 
Jähns (Grenzboten 1879, 38. Jhgg. "2. Quart. 340) veröffentlicht. Im 
34. Capitel des ersten Buches vom ltinerarium Regis Ricarcli heisst 
es: "dies Feuer verbreitet verderblichen Gestank, und brennt mit 
bleichen Flammen und verzehrt Kieselstein und Eisen; mit Wasser 
1) Alex. 4244: Wären eriechisches füris vol.  Ludw. Kreuzf. 2966: Kriechisch 
für doch warfen Die in der stat wären.  PELYZ. 205, 28: Ouch kom in heiclensch 
wilde iiur Mit der spise in daz laut.  G1: Wolfdietr. 922: Mit dem vsrilden füre 
schussen sie gegen den man.  Vg-l. Wigal. p. 179, 9: Er sach si einen haven 
tragen, Der was gTöz erin. Mit listen was ein viur dar in Gemachet, sö (laz 
bran, Swar ez wart geworfen an, Bein, Tsen unde stein, Daz selbe viur mohte de- 
hein Wazzer niht erleschen sö Ezn brunne dar inne als ein strö. 
        

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