Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1003852
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Anweisung 
Seeschlacht. 
man auf dem Meere Hinterhalte auf Hinterhalte, dass die Seekänipfer 
unversehens gegen die Feinde verbrechen und sie u1n so leichter 
besiegen. 
„III. Man muss beim Seekriege Acht haben, dass immer die 
Kämpfenden ihr Schiff im tiefen Wasser halten, das feindliche Schiff 
ans Gestade drängen; denn ihr Angriif erlahmt, sobald sie ans Land 
gedrückt werden. 
„lV. A111 Schiifsmast ist ein langes Holzstück aufzuhängen, das, 
an beiden Enden 1nit Eisen beschlagen, geeignet ist das Schiff wie 
die Schiffer zu treffen, ähnlich wie ein Widder, 1nit dem die Mauern 
der belagerten Stadt durchbrochen werden. Dies Holz muss aber so 
angebracht werden, dass das Band, welches es festhält, gesenkt 11nd 
gehoben werden kann, denn dadurch kann man n1it grösserer Beqnenl- 
lichkeit das Schiff wie dessen Besatzung treiien. 
„V. Beim Seekriege muss man eine Menge grosser Pfeile haben, 
mit denen man die Segel der Feinde zerreisst. Denn wenn ihre Segel 
durchbohrt sind und den Wind nicht mehr zu halten vermögen, so können 
die Feinde nicht nur nicht mehr angreifen, sondern auch nicht aus 
der Schlacht entkommen. 
 Die Seeleute pflegen ein gut schneidendes, wie eine Sichel 
geformtes Eisen zu haben, mit denen sie nach Belieben die Taue 
zerschneiden, welche die Segel halten. Wenn die Segel so durch- 
schnitten sind und vom Maste fallen, so wird den Feinden die Mög- 
lichkeit weiter zu kämpfen genommen, denn (lurch die Zerschneidung 
der Segel wird das Schiff träger und zum Kampfe untauglichen 
„VII. Die Seeleute pflegen starke eiserne (Enter-)Haken zu haben, 
damit sie, sobald sie sich den Feinden gegenüber in der Uebermacht 
sehen, deren Schiffe fassen und nicht fortlassen 1). 
"VIII. Bei einer Seeschlacht ist die Vorsicht zu beachten, dass 
man viele Gefässe voll weissen gepulverten Kalkes hat, die von oben 
herab auf die feindlichen Schiffe geworfen werden. Wenn diese mit 
Gewalt geschleudert werden, zerbrechen sie, der Staub erhebt sich, 
wie wir das beim Landkriege geschildert haben, kommt den Feinden 
in die Augen und belästigt sie so, dass sie wie blind nichts sehen 
können, und das ist bei einer Seeschlacht sehr gefährlich, weil bei 
solchem Kampfe die Krieger von allen Seiten den Tod drohen sehen; 
wenn also in einer solchen Seeschlacht die Augen der Krieger durch 
1) Heinriei Chron. Livon. lib. III, c. 
ferreo rapientes ad se trahere conantur. 
VIII, 
111100 
Alteram pyraticam
        

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