Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1003845
Anweisung zur Seeschlacht. 
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Schiffe des Königs zu folgen" (Itin. Reg. Rio. II, 27). Eine auf dem 
Hintercastell aufgehangte Laterne ist da-rgestellt auf dem Siegel des 
John Holland von 1417, ein eiserner Feuerkorb steht auf dem Vorder- 
castell des Schiffes, welches Herzog Richard von Glocester 1467 führt 
(beide abgeb. bei Jal, a. a. O. II, 159). 
Eine Convoyflotte schickt die leichten Fahrzeuge voran. Im 
October 1190 war eine Flotte von 15 Schiffen aus Alexandrien aus- 
gelaufen, um Akka Hülfe zu bringen. Die Schiffe segelten in niässigen 
Intervallen (modicum singulis separatis ab invicem), voran die leichten 
Galeen; denen folgen dann drei schwere Dromonen (Itinlteg. Rio. I, 60). 
Ueber die strenge Disciplin, die an Bord der Kriegsschiffe herrschte, 
habe ich schon im vorigen Capitel (S. 224) gesprochen. 
Was die Seeschlachten anbelangt, so wird es erspriesslich sein, 
zuerst die theoretischen Auseinandersetzungen des Aegidius Colonna 
(De regimine principum, lib. III, pars IH, cap. XXIII) zu hören und 
dann zuzusehen, wie diese in der Praxis befolgt worden sind. "Es 
erübrigt, sagt er, zu betrachten, wie auf einem gut gebauten Schiffe 
die Schlacht zu liefern ist. Denn die Seeschlacht hat im Allgemeinen 
Aehnlichkeit mit der Feldschlacht; aber wie bei der Feldschlacht die 
Kämpfer gut bewaffnet sein und gut wissen müssen, sich gegen Ver- 
folgungen zu decken, den Feinden Wunden beizubringen, so ist dies 
bei der Seeschlacht gleichfalls erforderlich, ja zu dieser Schlacht müssen 
sie noch besser bewaffnet sein wie auf dem Lande, denn die Kämpfer 
zur See stehen gewissermassen still im Schiffe, bewegen sich nur 
Wenig und können deshalb ein grösseres Gewicht der Waffen besser 
ertragen, und deshalb muss ihre Ausrüstung schwerer sein. Wir können 
aber für jetzt wenigstens zehn Weisen aufzählen, wie die Seekämpfer 
die Feinde angreifen sollen. 
„I. Das Zündfeuer (ignis inceildiarius). Es ist nämlich gut, viele 
Gefasse voll Pech, Schwefel, Harz und Oel zu haben; sie alle sind in 
Werg einzuhüllen. Wenn die Gefässe gefüllt sind, zündet man sie an 
und wirft sie auf das feindliche Schiff. Bei dem Wurfe zerbricht das 
Gefäss, der Brandsatz entzündet sich und setzt das Schiff in Flammen. 
Man muss aber viele auf ein Schiff werfen, damit es an vielen Stellen 
in Brand geräth, und wenn man sie wirft, dann muss man gegen die 
Schiffsbesatzung einen harten Kampf unterhalten, dass sie nicht zum 
Löschen laufen können. 
„H. Bei Seeschlachten fördern sehr die Hinterhalte. Denn wie 
man am Lande Hinterhalte mit Soldaten arrangirt, die unvermuthet 
die Feinde angreifen, sie erschrecken und leichtlich besiegen, so legt
        

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