Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1003826
Auslaufen 
Flotte. 
299 
fuhr im März 1249 von Cypern nach dem h. Lande mit achtzehnhundert 
grösseren und kleineren Schiffen ab (Joinville 146). 
Die Abreise des Kreuzheeres von Marseille im August 1248 
schildert Joinville (126): "Als die Pferde untergebracht waren, sprach 
unser Schiifscapitain zu seinen Matrosen, die am Schnabel des Schiffes 
Waren: 'Seid ihr mit eurer Arbeit fertig? Und sie antworteten: "Ja, 
Herr; dieiGeistlichen und die Priester können kommenf Sobald sie ge- 
kommen Waren, rief er ihnen zu: "Singet, im Namen Gottes. Und 
sie riefen Alle mit einer Stimme: "Veni creator spiritusÄ Und der 
Capitain rief seinen Matrosen zu: "Richtet die Segel im Namen Gottes? 
Und so thaten sie." 
Sobald die Ritter auf das Schiff gekommen Waren, hingen sie ihre 
bunten Schilde an den Brustwehren auf, steckten ihre Fahnen auf 
das Castell und so bekam das Fahrzeug einen ganz prächtigen 
Schmuck 1). Waren hohe Passagiere an Bord, so schmückte man das 
ganze Schiff mit kostbaren Seidentüchern 2) (vgl. S. 277). Das Haupt- 
banner wehte auf dem Schiffe des Flottencommandeurs; die anderen 
Capitaine hatten auf ihren Schiffen ihre eigenen Fahnen 3). Die Staats- 
flagge setzte man nicht gern Gefahren aus und so wurde 1282 von 
den Genuesen beschlossen, dass die Standarte des heil. Georg in Zukunft 
nur dann aufgesteckt werden sollte, wenn die Flotte aus mindestens 
zehn Galeen bestand (Jac. Auriae ABIL). 
1) Itin. Reg. Ric. II, 13: Fuit videre galeas seriatim remigantes, variis undique 
ornatas et refertas armaturis, ventilantibus ad auram innumeris ordine decoro 
signis et penuncellis in hastilium summitatibus, rostris galearum varietatibus pic- 
turarum distinetis, appensorum in singulis proris sointillantibus radiis scutorrlm. 
 Villehardouin 75: Et quant les nes furent chargies (Parmes et de viandes et 
de chevaliers et de serjanz et li eseu furent portendu environ des borz et des 
chastials des nes et les baniers dont il avoit tant de helles; 132: Furent drecies 
les bannieres et li conianon es chastias des nes et les houces ostees des escuz et 
portendu li bort des nes.  Joinville 158: (Li euens de Japhe) Ce fu cil qui plus 
noblement ariva; oar sa galie ariva toute peinte, dedans 111er et dehors,  eseus- 
siaus de ses armes, lesquex armes sont d'or im une eroiz de gueules lyatee. I1 avoit 
bien trois cens nageours en sa galie, et a ehascun de ses nageours avoit une targe 
de ses armes, et a chascune targe avoit un pennoneel de ses armes batu in or. 
 Eine gute Vorstellung eines so schön geschmückten Schiffes giebt die Miniatur 
aus der Pariser (Louvre-) Handschrift des Statuts de l'ordre du Saint-Esprit de 
Naples (14. Jhdt), welche Paul Lacroix im prächtigen Farbendruck veröffentlicht 
hat (Vie militaire et religieuse au moyen-age ete, Paris 1873, p. 132).  
Willeh. 438, 6: Urssier, kecken, tragemunt, Die kleinen und die grözen, Mit baniern 
überstözen. Swa der rot-te anker heten grunt, Daz tet ir banier schöne kunt. 
2) Kaiserchron. 1562: Iz wart wol bevangen Mit phellin umbehangen, Bede 
golt unde wat Und ander slahte rat, S6 iz der edelin kuneginne wol gezam. 
3) Barth. Scribare Ann. 1242: Et divisis galeis et taridis onmibus per com-
        

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