Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1003656
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Czmral 
O 
Barke. 
Barch et; 
BEIN 
ein Schiff 360 Passagiere und 40-80 Pferde, dazu mindestens 50 See- 
leute; daraus ergiebt sich, dass wir uns die Usseriai als ein sehr 
ansehnliches Schilf vorzustellen halben. 
.Die Pforte, durch welche die Pferde in den Raum gelangen, ist so 
angebracht, dass sie, sobald die Schiffe auf hoher See angelangt sind, 
unter dem Wasserspiegel liegt. Joinville berichtet (125): „An jenem 
Tage, als wir in unsere Schiffe gingen, liess man die Thür des Schiffes 
öffnen und brachte alle die Pferde, die wir übers Meer führen sollten, 
hinein; und dann verschloss man die Thüre wieder und stopfte sie 
gut zu, wie wenn man ein Fass ins Wasser wirft; denn sobald das 
Schiff im oifnen Meere ist, befindet sich die ganze Thür im Wasser." 
Ich kann mir nur vorstellen, dass man die Pferde einschilfte, ehe man 
die sonstige Ladung einnahm, deren Schwere dann, verbunden mit 
dem Gewichte der Passagiere und Beinannung, das Schiff so tief ein- 
sinken liess; jedenfalls musste dann bei der Ankunft am Bestimmungsorte 
das Schiff erst entladen werden, ehe die Pferde herausgebracht wurden. 
Laurentius Veronensis giebt in seinem Gedichte „de bello Balearico" 
(hgg. in Migne, Patrol. Curs. Compl, 2. Ser., Toni. 163, p. 516 B) 
eine Aufkählung von Schiffen; der Text ist aber bei Migne so ver- 
dorben, dass ich sofort die von Jal (I, 411) vorgeschlagenen Correc- 
turen hier anführe: 
Hoc variac Iiunt divcrso robore nzwes: 
Gzntti, dromones, cmabi celeresque galeae; 
Barcae. ctlrrabii, lintres gmndesque sagittzme 
Et plures aliae variantes nomina naves. 
Carabils ist ein kleines Ruderschiff (Jal l, 411, 464). 
Die Barken werden wir wohl schon zu den Transportfahr- 
zeugen zu rechnen haben 1). In den Genueser Annalen des Ottobonus 
lesen wir: „(1195) um die Schiffe zu entlasten, stiegen die Geharnischten 
in Barken", also sind es wohl Boote, die zum Schiffe gehören 2). 
Die Barchetzaß) ist eine kleine Barke; die Barbotzß) gehört 
auch zu dieser Art Schiffe. Die (Oger. Panis Ann. 1206) neben drei 
1) Ogerii Panis Ann. Jan. 1205: Pisani cum navibus 9 et galeis 12 buciisque 
et barcis 14; cf. 1206. 
2) Villehardouin 121: Et li cuens Baudoins de Flandre et de Hennaut envoia 
1a barge de son nef por szwoir. 
3) Barth. Scribae Ami. 1226: Potestasvgaleas quattuor et duas sagtteas et 
bucium mzmgnum et barchetas et alia, ligna, afmavit, 
4) Ann. Jan. 1265; Set qum et Januenses eorum malieiam previderant, duas 
habentes barbotas eorum male velle dictam navem accensam alio zndverterunt.
        

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