Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000989
Dolch. 
kostbaren Schwerter hat man wohl bei Festen umgegürtet: im Kampfe 
kam es darauf an, dass die Klinge fest geschmiedet War, nicht ab- 
brach 1). Der Verlust des Schwertes macht ja den Krieger wehrlos, 
denn erst wenn die Lanzen schon verstochen sind, wird der weitere 
Kampf mit dem Schwerte ausgefochten. Ein gutes zuverlässiges 
Schwert war daher theuer 2); als ein kostbares Werthstück wird es 
nicht mit den gewöhnlichen Waffen an die Wand des Saales gehängt, 
sondern in seidene Tücher eingehüllt unter den Kleinodien verwahrt 3); 
es ist der treueste Freund des Ritters, erhält deshalb auch einen 
Namen und wird von Generation zu Generation als ein köstliches 
Vermächtniss vererbt4). 
Ausser dem Schwerte führt der Ritter hin und Wieder noch einen 
Dolch, ein scharfes spitzes Messer, das entweder geworfen wurde, und 
dann galt es die Augenöifnung des Helmes seines Gegners zu treifeni) 
(es kamen dem Ritter dann die Uebungen im Messerwerfen, die ich 
l, S. 130 erwähnte, zu gute), oder mit denen man die Rosse der 
Feinde fällte ü), den zu Boden gestürzten Kriegern den Garaus machte 7). 
1) Parz. 103, 18.  Troj. 34924.-Kar1 Meinet p. 204, 31: S0 sere dreiü" der 
konynck bald Den shrch mit groesser gewalt, Dat der knopf van syme swerde 
Brach ind vele up de erde. Ouch brach de heltze us ind veil. Karl neit lang; do en 
weil, De lamel stach hey in de scheyde. 
2) Herb. Troj. 8793: Hector hup uf daz swert, Dez was maniger nmrke wert. 
 Troj. 35110: Und hete ein swert umb in gegurt Daw. was vil mzmger umrke wert. 
3) Walewein 3213.  Percev. 34931: Qui Pespce awoit aportee Si 121 prise et 
envelopee En -j- ccndel et pius Pemporte. 
4) Vgl. über die Namen der Schwerter und ihre Vererbung: San Marke a. am. 
O. p. 142; v. Reiifenberg, Plinl. zur Ausg. des Philippe Mouskes H, p. XOVIII und 
Einl. zum Chevelier du Cygne p. CII. 
5) Gaufrey p. 108: Une misericorde li voit pendre {u son les, Robazstre In sacha, 
qui fu bien enpenscäs. Une escrenxie sot, dont bien fn doctrines, Que (im-ins li 
aprist, qui ert emprisonnes, Quant Monghrne conquist et le piäs de les; A11 Visage 
li lanche, que bicn fn awiscs. Per Teuilliere du hizunm) 0st li archier coules Qup 
1c destre oeil li fu en In teste creves.  Herin. Corneri Chron. ad am. 1216: Haube- 
bant enim hostes (sc. 'l'euth0nici) cultellos inconsuetos, quibus pro glzndiis utelnup 
tur, longos graciles et peracutos. Von (einem solchen Messer wurde Stephan von 
Longcinbllll) in der Schlacht von Bouvincs durch das Augenloch gw-xtroffcn und 
getödtet. 
6)Hern1. Corneri Ohren. ad 21.. 1216: Sed handeln Iüztrus de Rynella, lniles 
ibrtis, qui eque suo occiso pedes pugnxrbat, ad ipsuin (Jomitcnl (Boloniae) ügcng- 
Sit et eleveto equi tectura, mueronem usque kbd capuhnu in cqui ventrem üxit.  
Wilh. Brite, Philipp. HI (Duchcsne V, 130): Ütquo inegis noceat mucrone permnit 
eodem Ejus equum comitemque super ln-ovolvit eundeln- 
7) Guizu-t T, 5464; Vers le roy (PAragon skibesse Un elenaw. en sa main destre 
Cerehe des armeuros Pcstre Pour lui ocire et zLiillif; 5493: LeS arniöures li souz- 
lieve, Uzdenaz du cep qu'il destent Li niet 01 corlßs.
        

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