Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1003588
Kriegsschiffe. 
Dromon. 
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Die grösste Gattung von Kriegsschiflen ist der Dromon. Matthaeus 
l)aris erzählt, wie am 7. Juni 11.91 von Richards Flotte eine "navis 
(Saracenorum) permaxima quam Dromundam apellant" erobert worden 
sei, und fügt hinzu, dass dies Schiff 1500 Mann Besatzung hatte. Er- 
wägt man, dass ein Linienschif von 74 Kanonen eine Bemannung von 
nur 650 Seeleuten und Seesoldaten hat 1), so ergiebt sich schon die 
kolossale Grösse des Fahrzeuges. Der Verfasser des Itinerarium Regie 
Ricarrli (lib. II, c. 42) nennt dies Schiff zwar nicht ausdrücklich einen 
Dromon, beschreibt es aber als einen Dreimaster, der rotligelb und 
grün bemalt War und eine Ladung von hundert Kameellasten hatte. 
Sieben Emire und achthundert zmserwählte Türken befanden sich an 
Bord. Diese Schiffe haben die Abendländer denByzaentinern nachgebauta); 
über ihre Einrichtung vgl. Jul I, 217 Ü". zlgriycov bedeutet Rennschiif; 
das lateinische Wort cursoriali), die mhd. Bezeichnung "renn- 
holztt-l) scheinen nur Üebersetzungen des griechischen Wortes zu sein. 
In den Chroniken wird der Dromonen Wiederholt gedacht; sie scheinen 
besonders zum Transport von Truppen und Rossen gebraucht 
worden zu sein  waren aber auch mit Castellen versehen, so 
dass sie im Falle der Noth die feindlichen Angriffe abwehren 
konnten ü). Die französischen Epen erwähnen sie häufig 7); in den 
1) Bobrick, Nautisches Wörterbuch (Lpz. 18-17) 594 E. 
2) Alpertus, De Episcopis Mettensibus 982 (MG. VI, 698): Et exiens altitudinem 
navis conslaexerat, erat enim miro opere secundum G-raecorum morem construeta. 
3) Guil. Brito, Philipp. VII: Septuaginta rates quibus est cursoria nomen. 
4) Ottokar von Steier XL: Ain ritter unverczagt In ainem snellen rennholcz 
Fur als pald, als ain polcz Vert von uineln starckchen pogen; Der kunigin W011: 
er unbetrogen Sagen die guten mer. Nu waz die seldenlaer Gevarn an der steh 
Auf aineln terret Auf des meresz Huet, Auch wnm sy behuet W01 mit funü" galein. 
N11 luegund vaste Schrein Der oben in der keiben (D12: Scheiben) sacz: ,Secht 
auf, waz bedewt daz? Ich sieht dort laalde Hiesszen her Ein rennholczf 
5) Ann. Pisani 1155: Guilelmus rex Oicilie    fecit stolum 140 galearuln 
et 24 dermonum, qui dennones portzwerunt 400 milites; 1165: Et quattuor der- 
mones pro equis laortandis; 1175: Rex Guilelmus Sicilie misit exercitum magnuln 
in Egylatunl super Alexandriam in principio Julii, qui exereitus fuit 150 galearum 
et 50 dermones pro equis portandis; ubi fherunt milites 1000 et multi sagittaüi 
et multi balistarii et multa. edificia. 
6) Blancandin 3062: En Iner trovanles Vj- dromont; Ä bretesques et ä castiaus 
Estoit fremäs et boins et biaus; 2895: Par 1a main Temmaine el dromont; Sus en 
Pestage contremont Va. 0 lui por 0'1'r son estre; O lui sänpoie ä 1a fenestre. 
7) Gaufrey p. 3: Seront prestes lez nes, li dromont esleuj De ehar et de bes- 
cuit et de formont moulu, Du fain et de lfawaine pour les destriers quernu.  
Phil. Mousques 20946: Esneques et dromons iiäres.  Blimßßndin 2757: Quatre 
cens pie ot li dromont. Li masb furent droitcontre1nont; 2771: Sadoinei fait 
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