Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1003508
Siugosdunkurwl. 
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wol bewunden. Zu disen selben Stunden Ein sounier schone was 
bereit." Und so wird das Gebein heim bis nach Reinhardsbrunn ge- 
leitet; wenn die Begleiter ausruhen, so setzen sie den Schrein in einer 
Kirche nieder, bedecken ihn mit Baldekin, zünden Kerzen an und räuchern 
mit Weihrauch. Auch der Leichnam des heiligen Ludwig wurde in 
Karthago in dieser Weise praparirt. Die Gebeine kamen nach Saint- 
Denis; das Fleisch und die Eingeweide wurden auf Bitten des Königs 
Karl von Anjou in Monreale beigesetzt 1). 
In Hirschhäuten wurde, wie uns das Rolandslied (7589 Hi.) und 
die von demselben abhängigen Gedichte (Stricker, Karl 10489 ff; 
10756 ff; Karl Meinet p. 477, 39 Hi, 60 E.) erzählen, der Leichnam 
gesotten, die Eingeweide und das Fleisch begraben, das Gebein end- 
lich mit Specereien parfümirt und in Seidenstoife verpackt in den 
Schrein gelegt 2). 
Zum Andenken an die Gefallenen gründete man zuweilen auf der 
Walstatt ein Kloster. S0 thaten es, nach der Schlacht auf dem Wül- 
pensande, die Hegelinge (Kudr. 909 ff); jeder der Herren steuerte 
zur Ausstattung desselben bei, auch der Todten Rosse und Kleider 
wurden für die Stiftung verkauft. Die Angehörigen der Gebliebenen 
sandten dann ebenfalls Beiträge, und so wurde ein grosses Kloster 
gestiftet, dessen Insassen für die armen Seelen der Gefallenen zu beten 
verpiiichtet waren. In dieser Weise errichtete man auf dem Schlacht- 
felde ein Siegesdenkrnal. 
Dann brach man zur Verfolgung auf. Die Kranken und Ver- 
wundeten wurden, wenn es anging, in Sicherheit "gebracht. War ein 
befreundetes Schloss in der Nähe, so liess man sie auf Schilden dahin 
tragen 3); für weitere Transporte dienten von Rossen getragene 
1) Guilehni de Nangiaco Gesta Philippi Regis (Bouquet, Rec. XX, 466): Clienifes 
vero aulici et ministri, quibus hoc incubebat officiuln, corpus regis membratnn 
dividentes aquae vinique admixtione tamdiu deooxerunt, quousque ossa pura, et 
ozundida, a, carne quasi sponte evelli potuissent. Carnem tzunen corporis eins ex"- 
c0ctan1 et ab ossibus sdparatam nec non et intestina ipsius petiit et inlpetravit 
Kzu-olus rex Siciliae a nepote suo rege Philippo. 
2) Lohengr. 6061: Dem mer a1 unrein ist verpoten: Vür daz wart daz äs abe 
dem gebeine gesoten. S6 vüert manz W01, swem ez den smac verliuset. Mit bisenm 
und mit balsams trör Wart ez vor gebeizet.  Prise de Pampelune 38551 A101l1' 
fu despoilä Le cors e {u boili e cuit, e desevrä Les osses de 1a. cam, com Zarlle 
oit comandiä. La zarn fu enteräe au grand temple sacrä E les osses furent pur 
mout grau dignitiö Lzwäs e embaumäs e en un paile rosä Furent envolupiäs; 
3863: Fu aconxpagniä le cors de Guion le alousä En Bertagne e 12x fu jouste suen 
per couchiä. 
3) Laune. IV, 6505: Dat si Bohorde drogen a1 gewont lnden casteel op sinen 
scilt ter stont.
        

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