Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000973
Wehrgehänge. 
Das Wehrgehänge (vezzel) scheint früher recht einfach gewesen 
zu sein; die Abbildungen, selbst die späten Miniaturen der Pariser 
Minnesingerhandschrift, stellen das Cingulum militare als einen 
schlichten, meist weissen Lederrienien dar, der an dem einen Ende 
zwei lange Schlitze zeigt, am anderen gespalten ist; die gespaltenen 
Lederstücke werden durch die Schlitze gezogen und geknotet. Der 
oft erwähnte Elsasser Chronist berichtet, dass man zu Anfang des 
dreizehnten Jahrhunderts den Gebrauch der Schnallen an den Scheiden 
der Ritterschwerter nicht kannte, und beschreibt dann die Weise, wie 
die Mönche ihre Kntten gürteten 1); diese Mönchsgurtc entsprechen 
ganz der Form der oben geschilderten Schwertriemen. Zum Luxus 
mag man ja wohl auch Gürtel aus seidenen Borten getragen haben 2). 
Später, gegenEnde des dreizehnten Jahrhunderts werden schon Schwerter 
mit Ringen erwähnt, so im Walewein das kostbare "Schwert mit den 
zwei Ringen". Ich denke aber, dass diese Ringe um die Scheide ge- 
legt, nicht an der Scheide befestigt waren, denn ein so langes Wehr- 
gehänge, wie dies beispielsweise die Cavaleristen unsrer Zeit tragen, 
ist, nach den Abbildungen zu urtheilen, in jener Zeit durchaus nicht 
üblich; man trug das Schwert einfach eingesteckt, wie dies heute bei 
der Infanterie noch gebräuchlich ist. Die erwähnten Ringe sind also 
mehr Zieraten, und wenn die Geliebte sie gar mit ihren Haaren um- 
ilochten 3), dann dienten sie zugleich als theure Liebespfänder, die den 
Ritter selbst bis in den Kampf begleiteten. Die prächtige Ausstattung 
war aber grade bei diesem Waffenstücke eigentlich Nebensache. Diese 
1) De rebus Alsntieis ineuntis saeculi xiijßii 23: In vaginis giadiorum {ibuie non 
fuerunt; noe lUOHiLChi in eingulis snis fibolis utexlnmtur. Cinguii monnehorum in une 
iine duzis iargas eissums hzldlebzlllt et in Mio Eine in duns partes cingulus tindizbntu 1'. 
2) Pin. p. 161, 1: D51. niite man ez gorde, Der vezze] was ein borde ailsö breit 
HÖ ein hzmt.  Ortnit 188: daz der vezzel solte sin Dm was tilllWlilSiilgföll von 
golde ein boi-te sidin.  Ecken liet 31, 8: ST Seite im libiu miete, DM dfi von 
bOTtüSitißIl fin Der: swertes vezzel wmre.  G1: YVolfdietr. 1681: Der Vßggp] von 
Alexandri ein porte, daz ist war, Me denn vingers dicke und spannen breit Was 
er W01 mit Hisse obenain an die scheiden geieit.  Walewein 3223: Die aippol entiv 
hilte bede Wm-en root gondijn, entie scede. Die rieme, die ten swnerde behoordc, 
WM ViLTl enen iJiiLkOHdOH goutborde. Die ghispe, die dzier nne stont, Soe lmddn 
gheeost menich pont. Tslnelt van der riemen entie lede Waren alle goudijn 
nmde.  Poreev. 12649: Et les renges d'un eier orfroi. 
3) Lanc. III, 8821: Ende si deder 3,110 ringe, die si doe subtilike lmdde ge- 
nmeet daertoe Van goude ende vzm siden Ende van huren hure, dzit tien tiden 
Soe scone was, ende soe einer, Dntmen die goutdrade ende 1.121,13 haer Met pim-n 
mochte onderkinnen. Ende daer waren gedaen binnen Stene van nizmigei- nmniren 
Met tween riken boelen ende diren, Ende si spmc tot hen drien vort an: "Gi 
heren, dit sijn die ringe, die dan Ant swzuerd sijn seuldeeh te sine nu etc."
        

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