Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1003447
Auswechselung 
Gefangenen. 
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sprechen, nicht zu entfliehen, die Bande gelöst und volle Freiheit 
gestattet 1). 
Die feindlichen Heere erlösten einen Theil ihrer in Gefangenschaft 
gerathenen Genossen, indem sie über die Auswechselung (wessel, HTroj. 
7859 ff.) derselben sich einigten?) Ein Fürst, ein grosser Herr wurde 
nur gegen eine entsprechende Zahl minder bedeutender Krieger aus- 
getauscht 3). S0 kehrten 1241 aus dem heiligen Lande die Gefangenen 
zurück, Welche von Richard von Poitou, dem Bruder Heinrichs III. von 
England, befreit worden waren. „Und den Umarmungen ihrer Gattinnen, 
ihrer Kinder, ihrer anderen Theuren wiedergegeben, wurden sie durch 
mannigfache Erquickungen und durch die erwünschte Ruhe herge- 
stellt. Und Jeder erzählte, wie viel er in der Knechtschaft, in der 
süssen Erinnerung an den Heiland ertragen habe und wie sie, während 
diejenigen, die sie wirksam zu unterstützen verpflichtet waren, ver- 
rätherisch sich zurückzogen, einzig und allein durch die Klugheit des 
Grafen Richard befreit, durch seine Milde der Freiheit erhalten wurden. 
Eifrig höret die Frau zu dem erzählenden Mann  
Andere Gefangene boten L ös egeld (afr. raencon). Der Sieger setzte 
eine Summe fest, schätzte seinen Gefangenen 5), der, sobald man sich 
1) Kudr. 1599: Dö sprach diu küniginne ir sult daz Weinen lan. Ich wil si. 
ungebunden ze hove läzen gan. Si müezen erstseten, daz si uns iht entrinnen, 
Und müezen sweren eide, daz si ane min gebot iht riten hinnen". 
2) Ludw. Kreuzfahrt 6322: Der soldan tzu dem einen kos: Tzwei hundert 
der heiden im wurden los, Tzwei tusent er der Christen lie, Als er vor Jheru- 
salem die vie, Und vierdehalb hundert.  
3) Lanceloet I, 34753: Des anderen dages dede Claudas" den heren van bute 
vraghen das, Wouden si hem deliveren doe Sine -ij- rudders, hi soude alsoe Hen 
weder geven bi dire dine Bandemaguse den coninc. 
4) Matth. Paris 1241: "Narrantis coniux pendet ab ore viri'. 
5) Herz. ErnstD 4942: Sich wolde der konig gefangen Losen mit gedinge Und 
sine jungelinge, Was man der gefangen het.  Virgin. 327, 7: Schetzent ir mich, 
swie tiure ir gert: Ich han wol lösunge.  Dietr. Flucht 7036: Vünf hundert 
sullen Wesen din, Die beschatze umb lip oder guot Oder swie dir rate din muot; 
7052: Boten wurden vür gesant m hin zuo Ernurichen Mit brieven endelichen, 
Ob Ermrich mit golde Oder mit swiu er wolde Loesen eine gevangen, Oder ez 
waer umb si ergangen.  Lanc. l, 47077: Dus moeste die conine, di was ge- 
vaen, Arture te sinen dienste staen Van sulken rentsone alsi bespraken.  Rom. 
de Rou 7303: Lungement" le tint en prlsun Ke il ne1' volt metre a raangun Ne 
il nel" volt quitement rendre Ne raangun reduable prendre.  Alix. p. 35, 51: 
Grans ert li raencons, s'il le vint demander; Oescuns s'en fera d'or -ij- fois con- 
trepeser.  Parton. 9775: La ü li Magaris gisoit Et graut raenqon prometoit.  
Richars li biaus 3686: 'Sire, s'il ne uous doit peser", Fait Loys, mostre raenßlwn 
Dittes quelle iert, Car sans tenchon Vous ert elle mout bien paye'.  Guiart I, 
7162: Li autres prisonnier estrange, Selonc Pestat de quoi il ierent, Par reangon 
se desgagierent.
        

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