Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1003352
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Der 
Sieg- 
Verfolgung" 
Heftig wogte der Kampf. Feuer sprühte von den getroffenen 
Helmen und Rüstungen; laut hallte der Schlachtruf, schmetterten 
die Hörner (Fig. 92) und Trompeten, Welche die zerstreuten Schaaren 
zum Sammeln, zum Schliessen der Reihen riefen 1); bis drei Meilen weit 
konnte man den Lärm der Schlacht hören 2). 
Endlich gewann die eine Partei die Überhand; der Führer der 
Gegner liess das Signal zum Rückzug geben 3), oder es floh auch das 
Heer ordnungslos, namentlich wenn die Hauptstandarte gefallen war oder 
der Feldherr selbst sie aufforderte, ihr Leben in, Sicherheit zu bringen 4). 
Der Sieger dankte Gott für den glücklichen Ausgang des Kampfes 
(Waitz, a. a. O. S. 188, Anm. 3), und "Wer verlüret, der mus alwegen 
spot zu dem schaden han" (Gr. Wolfdietr. 1509). 
Eine besonders wirksame Verfolgung des liiehenden Feindes scheint 
der Kriegführung jener Zeit fremd gewesen zu sein, vielmehr legte man 
das grösste Gewicht darauf, das erkämpfte Schlachtfeld zu behaupten. 
Wilhelm der Eroberer lässt sein Zelt auf der Wahlstatt von Hastings 
an der Stelle aufschlagen, wo die feindliche Fahne gestanden hatte 
(Rom. de Rou 14008 ff); deutsche 5) wie französische Dichter 6) schil- 
posuerant plaustrella, in seeunda earocerum cum peditibus et sagittariis, in tereia. 
eohorte milites cum vexillis et aliis signis, quarto 1000 Plaeentinos. 
1) Gaufrey p. 114: Le vespre aprechu, soleil prist im cliner; Gaufrey a. pris 
 cor, sa gent fet apeler; p. 228: Et pris a, -j- cornet pour sa. gent ralier.  
Otinel p. 43: Sone ses grelles por ralier sa gent. 
2) Eneit p. 326, 8: Über ein breit gevilde, Ein halbe welsche mile Hörde man 
die wile Manegen freislichen slaeh. -'A1ix. p. 210, 27: De -iij  liues en puet 1a 
noise estre estendue.  Gui de Nanteuil p. 90: Läu eommenehe  estour et  
abateis Et (l'autre parb et (l'autre et 1a. noise et li eris; De trois lieues loins les 
a. l'en bien ois.  Ghron. des ducs de Norm. 1236: Lä oist Pom braire e crier; 
'I'ute 1a terre est esmue: Chaseuni corne e crie e hue; 5503: Huent, crient de tutes 
parz. Volent "saettes, volent darz. 
3) Blaneandin 5123: Desi que il dut avesprer K' Alimodes a fait soner Le 
retrait.  Hugues Capet p. 120: Dont eonnerent retraite pour leur gent enme- 
ner.  Phil. Mousques 22195: Ensi fu la bataille faite, Li rois {ist corner 1a retraite. 
A] pont de Bouvines loga. Oascuns son prisson li DIGIIEL. 
4) Dietr. Flucht 9554: Her Pitrune ruofen began 'Swa,z der minen hie muc 
Wesen, Die vliehen, 0b sie weln genesen!" ; 9768: Vaste ruofen dö hegen Der höhe 
künie Gernöt 'Swer hie niht welle ligen töt, Der hebt sich von hinnen, Ob er 
muge entrinnenf Dö Wart gebiten niht mär. 
5) Stricker, Daniel v. blüh. Thal (bei K. Bartsch, Einleitung zu Strickerß: Karl 
p. XXIV): Daz teter durch die gewonheit: Swer ein volc dö hestreit, Kühl ez sö 
daz er den sige ervaht, Der muose dri tae und dri naht Dar nfbeh an der stat 
ligen, Solter lobelich gesigen. Swer sich sö versümte, Daz er ez ä dä. rümte, Der 
hete daz dar an gewunnen, Daz man sprach, er WiDIß entrunnen. 
6) Oleomades 1215: Et estoit coustume im ce jour Que cil qui erent vain- 
queour Tout droit en ce lieu demoroient Oü 1a. victoire eü avoient.
        

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