Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000958
Schwertgriff. 
Wintersteten im historischen Museum zu Dresden ist 6 Zoll 5 Linien 
breit, andre Schwerter derselben Sammlung haben eine Breite von 
31,5 Zoll 1). Die deutschen Schwerter sind ausserdem sehr lang!) und 
deshalb wuchtig, wohl geeignet mit ihnen einen tüchtigen wirksamen 
Hieb zu führen. Dass mit einem Streiche ein Mann durchgespalten 
wird, das wird von den Dichtern wenigstens sehr oft geschildert"). 
Die französischen Schwerter sind leichter und kürzer 4). In der Schlacht 
von Benevent 1264 konnten die französischen Truppen Karls von 
Anjou den deutschen Rittern, die, ihnen schon an Körpergrösse und 
an Stärke überlegen, mit beiden Händen ihre mächtigen Schlacht- 
schwerter schwangen 5), nicht beikominen, bis sie sich entschlossen mit 
ihren kurzen Schwertern nicht zu hauen, sondern zu stechen; indem 
sie den schwergepanze1'ten.Deutsche11 in die weniger gedeckte Achsel- 
höhle ihre Degen stiessen, gelang es ihnen endlich, deren Widerstand 
zu besiegen 6). 
Der Schwertgriff mit der Parirstange l1eisst „diu helze" oder 
„daz gehelze" (afr. heut). Oben war der Griff mit einem Knopfe (innd. 
appel, afr. poinmel) abgeschlossen, der bald aus Gold 7) oder Sil- 
1) San Meute zu. an. O. 137. 
2) Nib. Z. p. 12, 4: Diu ort der swerte giengen nider üfdie Sporn; p. 62, 1.  
Giliart I, 3630: {L granz espees dülemaingne; cf. Chron. des ducs de Norm. II, 
10470; 25140.  Das schon erwähnte Schwert des Konrad von Wintersteten ist 
l Elle 22V? Zoll lang  
3) Z. B.Willeh. 442, 24: Rennwart den künec Gibüe Unz üf den swertvezzel schrieb. 
4) GuiartII, 6288: Mes lüaneois qui d'acc0ustun1anceLes onl: courtesgmssez legieres. 
5) Guiart II, 1952: Alemanz qui selonc nature Sont grans et gros comme 
jzmizmnt, Vont läu leur force essaiant; 1957: Car les deus mnins en haut levees 
Gietent d'unes longues espees Souöf tranchanz ä, larges meures Tiex colees etc. 
6) Guill. de Nangis (Bouquet, Rec. XX, p. 425): Car moult bons chevalier 
estoient (Li Alemans) et aussi comme tous armez de doubles armeures, sique les 
espees ne leur IJOLILIOIGIIÜ mal faire de plain coup. Quant ce virent et zuper- 
eurent les Frangois, si prirent petites espees que il avoient et yescrierent que on 
ferit d'est0c par dessous les esselles 011 li Alemans estoient plus legierelnenb 
arme.  Guiart II, 1964: Li Frzmeois espees repoitent Courtes et roides, donb il 
baillent. Mes aux ennemis navrer flmillent Sus braz, süs chies et sus eschines; 
Gar amrmeures ont tres iines Qui tailles et retraites brisent; Parquoi aucuns qui 
skwisent Et sont seurs de IGIIII defnute Prennent ü, c-rier ä voiz hautes: „D'est0c! 
(Fcstoc! nul ne s'un uillo!" Aclont enforce la bataille, Et le cri hydeus est creu. 
Uestoc c'on zu rzlmenteil Fait nxottre Alemanz pur jzweles  chieres et sous les 
aiseles Qukusses legierement entamiment. 
7) Wzmlewein 3223: Die appel entie hilte bede Waren roob goudijn.  Lanc. 
I, 2745: Ende sloegen ende quetsten herde Metten appel vzmnden zwcrde.  Virg. 
4, 21 Er bete ein swert UIULUELZOD guot: Der knopf und dm gchclze Von ulsö 
klarem golde was; Lütei- als ein Spiegelglas Glizzen ime die velze.  Rom. de 
'lll'0ie 154571 Et li buen brzmt däbcier ibrbi, Trenchant, 0 les ponz d'or massizv.
        

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