Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1003162
Vorbereitungen zur 
Schlacht. 
233 
herr 
bedrohte 
seine 
Soldaten , 
falls 
sie 
Feindseligkeiten 
verübten, 
mit 
dem Galgen 1). 
Nahte nun der Schlachttag, so herrschte in beiden Heeren die 
grösste Emsigkeit. Der Befehl wird ausgerufen, die Pferde zu putzen 
und zu striegeln, die Ilarnische nachzusehen und die Helme blank zu 
putzen 2). Die Rüstungen werden gescheuert, der Rost wird von den 
Helmen gewischt; man schleift die Schwerter und die Dolche, die 
Schildriemen werden im Nothfall neu befestigt. Die Schleuderer 
bessern ihre Schleudern aus und giessen bleierne Geschosse; die Bogen- 
schützen füllen ihre Köcher mit Pfeilen 3). 
Der Feldherr hatte unterdessen mit seinen Rathgebern den 
Schlachtplan zu entwerfen und da war mancherlei zu erwägen. Hören 
wir, was Aegidius Colonna (lib. III, p. HI, cap. IX) sagt: 
"was 4) und wie viel im Kriege zu beachten ist, wenn eine Schlacht 
geschlagen werden soll. Wie aus dem Gesagten sich ergiebt, ist in den 
Kriegsangelegenheiten die grösste Vorsicht zu brauchen. Denn da die 
Zufälle des Krieges nicht mehr gut zu machen sind, so muss man fleissig 
zusehen, ehe man die Schlacht wagt, was im Kriege zu erwägen 
ist. Besser ist es, eine Schlacht nicht zu riskiren, als sich dem blinden 
Zufalle aussetzen, ohne dass man den glücklichen Ausgang gebührend 
voraussieht. Wir sehen aber, dass es im Kriege auf zwei Factoren 
besonders ankommt: auf die kriegführenden Truppen und auf die 
anderen Chancen, die für eine Schlacht erforderlich sind.  die 
1) Ottokar von Steier DXCIH (s. S. 232, Anm. 4). 
2) Gui de Nantexiil p. 83: Uemperere de Framce a, fet pur Post crier Qu" 
Guion sunb venu serjant et chevalier: 'O1' pensös de chevax conräer et torchier, 
Et des haubers lorer et lus himunes froier; Ä de inain iert le jour du hournoi 
commanchierf 
3) Itin. Reg. Ric. lV, 35: Rotantur loriicae, ne rubiginc squalescant; 
tractantur galeae mappulis, nc forte pallescant, humore lzunbente tällgorem? gla- 
diorum birris exterguntur mucrones, ne quu humectatione Gltbliißllfiilli illlllliCil, 
eorrumpantur.  Gesta Ludovici VIII. Name. Reg. (Duchesne V, 300): H10 gib" 
leam miles sczubm rubigino tinctam Pllimat, UiypPLlS relvzanratur et ensis acumen, 
Cuius mucro vorax 1aenetretvvitalia, terme Srmguine purpureo virides et purpuret; 
herbas. Nexilibus maclis vest-is distincta. HOVkLtLIT Et culigo fcrri, ururis lllllllilllintb 
Futa. Hie lascivit equus, quem gramen pascit yberi, Et vawuas rcsonis hinnitilnus 
lncutit auras. Hie loediteä fundas reparmit, hic plllIllbOih nmssa Vertitur in glan- 
des.    Pilis et iaculis oneratur dextra, szugittis Iniplentur phzvretrzne bincbisin 
übe venenis.  Chans. dläntioche VII, 30: Et si ont leur hauberh et froiös er, 
rollös, Lor elmes escraireies, lor escus enarmäs, Lor espües forbies et lor heus 
adobäs. 
4) Ich übersetze das schlimme Latein des Autors möglichst wortgetreu.
        

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