Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1003156
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Verabredung des Schlachttages. 
damaliger Zeit eine nicht unbedeutende Rollei); durch ihre Ver- 
mittelung verkehrt der Befehlshaber n1it seinem Heere. Als beispiels- 
weise Richard Löwenherz im Juni 1192 beschliesst, noch bis zum nächsten 
Osterfeste im heiligen Lande zu bleiben, lässt er das durch Seinen 
Herold (praeco) Philipp im Heere ausrufen 2). 
Eigenthümlich ist der Brauch Tag und Ort der Schlacht mit dem 
Feinde zu verabreden. Allgemein ist derselbe gewiss nicht gewesen, 
denn man wusste sehr wohl, dass nur ein rascher und unerwarteter 
Angriff dem Feinde ernstlichen Schaden zuliigen konnte 3); hin und 
wieder hat man jedoch trotzdem die Schlacht wie einen grossen Zwei- 
kampf angesehen, in dem ein Gottesurtheil zwischen den Gegnern 
entscheiden sollte 4). Sicherheiten wurden ausgetauscht, dass bis zum 
bestimmten Termine der Frieden nicht gebrochen werde 5); jeder Feld- 
braut, "Daz unser venre Wicnant Ein hornblasen schelle, Daz der döz erhelle. Sö 
sult ir niht langer biten Unde sult gen Wormze riten." 
1) Robert le Diable: Lors ont mande le crior Et le maistre deviseor; Cliou 
quil doit crier li auprendent. Puis sen vont que plus ni atendent Et li crior erier 
vait Le ban que lenperere üuit. 
2) Itinerarium Regis Ricardi V, 46.' 
3) Gui de Nanteuil p. 93: Qui veult prince de terre destruire ne mater, De- 
seonfire en bataille ne sa terre gaster, Ne doit pas contre lui nul estour affier, 
Mez ses es assembler et seui-"lui chevauchier.  
4) Vgl. die von G. Wa-itz a. a. O. 187, Anm. 4 citirten Beweisstellen: Ann. 
Altah. 1044: Statuerunt zrrmis decertare et diem condixerunt tercium, in quo divi- 
num alapuruit iudicium.  Thietmar V11, 45: llli namque diu invicem discordes 
certum condixerunt diem, quer cum suis fautoribus haec certo duelli iudicio discer- 
neret; V, 8: cum iudicio laugnae.  Lzrnrb. 1075: Acquissimo judici Deo rem 
committerent.  Vgl. dazu: Monachi Fürstenleldensis Cliron. de gestis principum 
1298 (von der Schlacht bei Gellheim ist die Rede): quanivis ibi contra iustitiam 
est dirnicatum, quia [es non est servum contra. donlinum litigzmrai, tamen luec vic- 
toria Dei iudicio committenda. est, qui solus discernit causnmi et rartioneni rerunl 
omnium antequam fiant.  Nach Gruiart I, 6800 benachrichtigt Kaiser Otto IV. 
vor der Schlacht von Bouviues den König Philipp August, dass er ihn angreifen 
werde; Philipp bestimmt den {blgcnrlen 'l'ag zur Schlacht.  Auch zwischen 
Friedrich II. und den Mailändern wird der Schlachttag festgesetzt. Phil. Mous- 
ques 29572: Et fu lau bamtaille plevie Droit ul mi-nmi et imullie.  Ottokar von 
Steier CCCXLI: Nu was an der zeit Zwischen in (den Fmnzosen und den Spa- 
niernl ain Streit Gemacht und gelobt; DXClll (Flzmclim-r und Franzosen 1295): 
Von ritter und von knechten Ward der streit besprochen Über ein Wochen. 
Auch belaih unczeprochen Auf dieselbe zeit ein frid, Der ward gepoten pey der 
wid.  Szrlomo u. M0r0lfl' 319: Elyam, du salt dynem herren sangen, Wir sint 
ezu striten bereit Über iirczehen (lauge. 
5) Cleoumdes 411: Marcndigzrs leur remanda K31 celui jour se combzrtra, Ä aus, 
cc swchent par vertö. Donnöe en fu 12b seürte Si que anibes -ij- les parties S'en 
tinrent tres bien apaeies. 
        

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