Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1003033
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Zelte. 
rund sind; im Gegensatz dazu ist Treif oder Tref nur das einfache 
Soldatenzelt, das in Form eines Daches gestaltet, an einer Schmalseite 
geschlossen ist, an der anderen den Eingang hat. 
Das Treif möchte ich mit dem deutschen Worte Hütte für gleich- 
bedeutend halten 1). Auch die Hütten sind zuweilen aus kostbarem 
Seidenstoifez); gemeine Soldaten mochten sie sich im Nothfallauch 
aus Stroh und Rohr oder aus Laubwerk bauen 3), die beim Weiter- 
marsch angezündet und verbrannt wurden 4). Solche Baracken werden 
von den Italienern travachae genannt 5). 
Die Sicherheit des Lagers wurde noch gesteigert, wenn man den 
Fahrpark des Heeres auf den Wällen aufstellte und auf diese Weise eine 
Art Wagenburg schuf G). 
Im offnen Felde half man sich im Nothfall durch Herstellung 
eines Verhaues, der doch immerhin, zumal gegen den Angriff der 
Reiterei einigen Schutz gewährte 7). 
Schwer War es in einer aus so verschiedenen Elementen zusammen- 
gewürfelten Truppe Frieden und vor allem Disciplin aufrecht zu 
erhalten. Zumal die Kreuzfahrer hatten Grund, Wirksame Mittel 
zu ergreifen, da unter ihre Schaaren sich oft recht zweifelhafte Ele- 
mente eingeschlichen haben mochten. Deshalb werden sehr strenge 
Gesetze vereinbart, und jeder hat sich eidlich zur Befolgung derselben 
zu verpflichten. Als Ludwig VII. zum Kreuzzuge aufbricht, erlässt er 
1) Nib. Z. p. 254, I: Spamnct üf ir knehte die-hutten am daz velt Und ziehet 
abe die zöume, diu ros diu Iäzet gän.  Trist. p. 135, 32: Den wären loavelüne 
Und hütten üf daz gras geslagen.  Mai u. Beaü. p. 206, 35: Und sluogen üf 
ein schoene velt Beide ir hütte und ir zelt. 
2) Willeh. 16, 4: Under manegem saanites dach, Under manegem phelle Lieht 
gemäl: Imerhalp von zindäl Wärn ir hütte und ir gezelt.  Nib. Z. p. 90, 3: 
Dä wären sidin hütten unt manec rich geze1t.- Kudr. 980: Dö hiez man üf den 
griezen manege hütten spannen mit sidinen snüeren. 
3) Willeh. 318, 21: D21 die hütten von loube Mit röre und von schoube Wärn 
verbrunn und begunden brinnen.  UTrist_ p. 510, 34: Manege hütten man dä 
sach Von grüenem loube geslagen.  Lzmceloet IV, 5687: In tenten ende in pa- 
vilione Ende in fulgien cli waren grone. 
4) Willeh. 316, 25: Die herberge wurden an gezunt, D6 si verre gefuoren. 
5) Ann. Placentini Guelü ad a. 1199: Et castrumetati fuerunt cum papilio- 
nibus et trzwachis,  Ann. Parm. maj. ad n. 1279: Et travaohe et pavioni erant 
in platea comunis. 
6) Ann. Plac. Guelü ad a. 1199: Et quoddzun fossatum munierunt cariolis, 
quas posuerunt super ripam illius, et gladiis et beltreschis et predariis et trabuchis. 
7) Auberi p. 152, 4: Faites trenchier ceste selve foillie, Si tlmissons haies Vers 
1a ient paierde. 
        

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